Herman Brodie
Die aktuellsten Beiträge von Herman Brodie
G8-Philosophengipfel
Es ist sicher kaum übertrieben zu behaupten: Das Management der griechischen Krise war bislang eine Aneinanderreihung von Katastrophen. Jeder Ökonom wusste eigentlich von Anfang an – und auch jedes Kind könnte es erahnen, wenn es nur einen Moment darüber nachdenkt
Veröffentlicht am Mai 15, 2012 um 07:15
Kategorien: Politik
Schlagwörter: EU-Schuldenkrise, Inflation, Transferzahlungen
Eine verzerrte Wahlprogonse

Mit jedem Tag, an dem die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich näher rückt, wird mir klar, dass meine Vorstellung, Nicolas Sarkozys würde am Ende als Wahlsieger hervorgehen, wohl etwas überzogen gewesen war. Denn eine Umfrage nach der anderen
Veröffentlicht am April 20, 2012 um 07:22
Kategorien: Politik
Schlagwörter: Frankreich, Kognitive Dissonanz, Präsidentschaftswahlen, Salienz, selektive Wahrnehmung
Lieber ein Pfund zuhause als zwei auf der Bank
Die Erkenntnis, dass viele Haushalte in Großbritannien aus Misstrauen vor ihrer Bank mehr als 1.000 Pfund an Bargeld zuhause horten, hat die FSCS (Financial Services Compensation Scheme)[1] alarmiert. Denn dieses Institut, das Kunden vor der Pleite von Finanzdienstleistern schützen soll, zeigt sich besorgt,
Veröffentlicht am März 16, 2012 um 08:34
Kategorien: Behavioral Living, Gesellschaft, Wirtschaft
Schlagwörter: Adaption, Banken, Peak-End-Effekt
Getauschte Strafen
Kürzlich war meine neun Jahre alte Tochter ausgesprochen ungehorsam. Ja, ihr Verhalten in der vergangenen Woche war so inakzeptabel, dass ich ihr damit drohte,
Veröffentlicht am März 12, 2012 um 10:25
Kategorien: Behavioral Living
Schlagwörter: Hyperbolisches Diskontieren, present bias
Geliebte Finanztransaktionssteuer

Der Widerstand der britischen Regierung gegen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer hätte kaum deutlicher ausfallen können. Ja, offizielle Verteidiger des Finanzdienstleistersektors waren von ihrer Haltung so überzeugt, dass sowohl der britische Schatzkanzler
Veröffentlicht am März 7, 2012 um 08:38
Kategorien: Märkte, Politik
Schlagwörter: Finanztransaktionssteuer, George Osborne, John Kay, Liquidität, Regulierung, Steuer, Tobinsteuer
Ein Argument für unbezahlte Arbeit

Die britische Regierung hat sich wegen eines Programms, mit dem jugendliche Arbeitslose unbezahlte Erfahrungen im Arbeitsleben sammeln sollen, so richtig in die Klemme hineinmanövriert. Denn die Arbeitgeber, die an diesem Programm teilnehmen sollten, drohten mit ihrem Rückzug,
Veröffentlicht am März 5, 2012 um 09:02
Kategorien: Behavioral Living, Politik
Schlagwörter: Kognitive Dissonanz
Zeig' mir das Geld
Großbritannien müsse „zuerst das Geld der Eurozone sehen“, bevor es eine weitere Rettung der Eurozone mitfinanziere, äußerte Finanzminister George Osborne am Rande des G 20-Treffens am vergangenen Wochenende in Mexiko. "Recht so" dürfte die auf der Hand liegende Antwort vernünftig denkender Menschen lauten.
Veröffentlicht am Februar 27, 2012 um 11:32
Kategorien: Märkte, Politik
Schlagwörter: Eurozone, EZB, George Osborne, Kapitalbeschaffung, LTRO
Verlust der Souveränität – nicht nur in Griechenland
„Sobald ein Land sich dafür entscheidet, Geld im Ausland zu leihen, gibt es seine Souveränität auf“, so Francois Baroin in einem TV-Interview. Interessanterweise sprach der französische Finanzminister nicht von Griechenland, sondern von seinem eigenen Land. Er hat recht: Leiht man sich Geld, verliert man die Kontrolle über einen Teil seines verfügbaren Einkommens
Veröffentlicht am Februar 22, 2012 um 08:51
Kategorien: Märkte, Politik
Schlagwörter: Griechenland, Schuldenkrise, Souveränität, Wahrnehmung
Kindermund tut Wahrheit kund
„Papa, wann kriege ich endlich Facebook?“, fragte mich meine kleine Tochter am Wochenende. Kein Wunder, sie muss regelmäßig mitansehen, wie ihre ältere Schwester einen Gutteil ihrer Freizeit auf der Facebook-Website verbringt und es offensichtlich genießt, sich ständig mit ihren Freunden austauschen zu können.
Veröffentlicht am Februar 14, 2012 um 08:41
Kategorien: Behavioral Living
Schlagwörter: Facebook
Warnung vor dem Hund – oder: Eine kleine Rating-Fabel
Mein Nachbar hat drei fiese Hunde: Fitch, Moody und Essenpee. Die Meute bellt den ganzen Tag und auch die ganze Nacht. Sie stören meinen Schlaf, vergällen mir meine Freizeit im eigenen Garten und verschrecken meine Gäste. Immer genau dann, wenn ich mich gerade entspannen oder arbeiten will, lässt mein Nachbar seine Hunde nach draußen, soContinue Reading
Veröffentlicht am Januar 18, 2012 um 06:57
Kategorien: Märkte
Schlagwörter: Rating-Agenturen
Manchmal zocken wir uns selbst ab
Heute Morgen las ich – nicht zum ersten Mal – einen ziemlich vernichtenden Kommentar über den Online-Geldverleiher Wonga. Auf dieser Internetseite können sich klamme Briten binnen Minuten kleinere Geldsummen bis maximal 400 GBP beschaffen, die innerhalb von weniger als 30 Tagen zurückgezahlt werden müssen.
Veröffentlicht am Januar 13, 2012 um 09:21
Kategorien: Behavioral Living
Schlagwörter: Kredit, Zinsen
Jenseits von Gut und Böse: Warum uns die Fehler der Anderen guttun
Die Diskussionen im Büro wollten kein Ende nehmen: Wir haben über den gestrigen Moral-Blog unter den Kollegen schier endlos debattiert. Insbesondere nachdem der Schweizer Zentralbankchef Philipp Hildebrand gestern Nachmittag zurückgetreten war, erhitzen sich die Gemüter. Bei Diskussionen um Moral ist das offenbar normal.
Veröffentlicht am Januar 10, 2012 um 08:57
Kategorien: Gesellschaft, Politik
Schlagwörter: Geld, Moral, Referenzpunkt(e)
Weihnachtsgeschenke-Zweitmarkt
Wenn Sie trotz unserer Tipps für das perfekte Weihnachtsgeschenk am Heiligabend mit ihrer Überraschung für Ihre Lieben danebengelegen haben: Kein Sorge! Online-Auktionsplattformen hatten in den letzten Tagen Hochkonjunktur. Schon am 25. Dezember haben die ersten ihre ungewollten Geschenke zum Verkauf feilgeboten.
Veröffentlicht am Januar 3, 2012 um 09:02
Kategorien: Behavioral Living
Schlagwörter: Auktion, Glück, Happiness
Europas Politiker brauchen eine Pause
Entscheidungsmüdigkeit haben wir den europäischen Politikern schon öfter während dieser Krise attestiert. Immer dann, wenn Entscheider müde oder gestresst sind oder zwischen viel zu vielen Alternativen wählen müssen, neigen sie dazu, sich für die Standard-Option zu entscheiden.
Veröffentlicht am Dezember 14, 2011 um 11:28
Kategorien: Politik
Schlagwörter: Entscheidungsverhalten, Schuldenkrise, Status quo, Wahl
Camerons Schachmatt
International steht der britische Premierminister David Cameron nun als Buhmann da: Er hatte sich beim EU-Gipfel geweigert, einer EU-Vertragsveränderung zuzustimmen. Weltweit warf man ihm vor, die Briten mit seiner Blockadehaltung ins außenpolitische Abseits manövriert zu haben. Aber ganz ehrlich:
Veröffentlicht am Dezember 12, 2011 um 09:30
Kategorien: Politik
Schlagwörter: David Cameron, EU-Verträge, Nick Clegg, Schuldenkrise
Euro 2.0 – wenn der neue Euro kommt
Der Vorschlag, einen so genannten Elitebond – eine gemeinsame Anleihe, die lediglich von fiskalpolitisch gewissenhaften Mitgliedern der Eurozone begeben wird – einzuführen, hat wieder einmal die Diskussion über ein Europa der zwei Geschwindigkeiten angestoßen. Die Idee
Veröffentlicht am November 29, 2011 um 10:29
Kategorien: Politik
Schlagwörter: D-Mark, Elitebond, Euro 3.0, Neuro
Was will Angela Merkel wirklich?
Können Sie sich noch an die „green shoots“ aus dem Jahre 2009 erinnern? Oder an die Exit-Strategien, Stresstests, an die Gedanken, Problemländer von der Eurozone quasi mittels eines Zaunes abzuschotten? Und vielleicht, sofern Sie ein ausgezeichnetes Gedächtnis besitzen,
Veröffentlicht am November 28, 2011 um 07:09
Kategorien: Politik, Wirtschaft
Schlagwörter: EU-Verträge, Notbremse, Schuldengrenze, Schuldenkrise, Spardiktat
Die EZB und ihre Glaubwürdigkeit
Ist es nicht seltsam, dass die EZB so gar nicht mehr über die Geldmenge spricht? Es gab eine Zeit, vor der Krise, da hatte die Notenbank dies noch als eine wichtige Säule ihrer Geldpolitik gepriesen und daraus hohe Inflationsrisiken abgeleitet. Der einstige EZB-Chef Jean-Claude Trichet hatte diese Säule sogar noch heftig verteidigen müssen
Veröffentlicht am November 22, 2011 um 09:42
Kategorien: Wirtschaft
Schlagwörter: EZB, Geldmenge, Geldpolitik, Glaubwürdigkeit, QE, Staatsanleihekäufe
Der Teufel in uns
„In den meisten von uns steckt das Potenzial eines Jerome Kerviel oder eines Kweku Adoboli – viele von uns könnten zu betrügerischen Händlern werden“. Mit dieser Aussage konfrontierte ich die Teilnehmer meiner jüngsten Behavioral-Finance-Seminare. Ich erntete zwar mehrheitlich ein Schmunzeln dafür, aber niemand widersprach mir.
Veröffentlicht am November 18, 2011 um 09:35
Kategorien: Gesellschaft, Investmententscheidungen
Schlagwörter: abnehmende Sensitivität, Referenzpunkt(e), Risikofreude, Stopp-Loss, Verlustaversion
Nein
"Nein" scheint das Lieblingswort Jens Weidmanns zu sein. Nein zu Anleihekäufen der EZB, Nein zu einer Beteiligung des privaten Sektors an der Schuldenkrise, Nein zu einer Hingabe von Bundesbankgold als Sicherheit für IWF-Kredite. Ja, der Bundesbankpräsident glaubt, dass eine Änderung der Spielregeln, der rechtlichen Grundlagen der Währungsunion, nur weil sie nicht mehr passen, das VertrauenContinue Reading
Veröffentlicht am November 14, 2011 um 11:21
Kategorien: Politik
Schlagwörter: Bundesbank, EU-Verträge, Eurozone, EZB, Konservativismus
Über den Charme projektbezogener Anleihen
Soweit ich informiert bin, stammt die Idee des britischen Finanzministeriums, zweckgebundene Anleihen zu begeben, nicht vom Behavioral Insights Team der Regierungsbehörde. Aber dennoch verdient dieser Vorschlag das Etikett "verhaltensorientiert". Denn statt neue Anleihen für irgendwelche nicht näher festgelegten politischen Zwecke zu emittieren
Veröffentlicht am November 9, 2011 um 08:04
Kategorien: Investmententscheidungen, Marketing, Politik
Schlagwörter: Anleihen, Nudging, Präsentation, Salienz
Entscheidungsanstöße
Bei meinem jüngsten Behavioral-Finance-Seminar für Investoren entbrannte eine hitzige Diskussion darüber, ob man das so genannte „Nudging“[1] (in etwa: anstupsen) einsetzen dürfe, um anstehende Entscheidungen in eine gewisse Richtung zu beeinflussen. Vor allem Politiker geben gerne solche "Anstöße",
Veröffentlicht am November 4, 2011 um 11:50
Kategorien: Behavioral Living, Politik, Wirtschaft
Schlagwörter: Framing, Mentale Konten, Nudge, Opt-in, Opt-out, Private Altersvorsorge, Verlustaversion
Lasst doch das Volk abstimmen!
Derzeit streiten sich die britischen Politiker über etwas, das sich am Ende möglicherweise als katastrophales Eigentor herausstellen könnte: Mit aller Gewalt ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft zu vermeiden.
Veröffentlicht am Oktober 25, 2011 um 07:12
Kategorien: Politik, Wirtschaft
Schlagwörter: EU, Eurozone, Großbritannien, Schuldenkrise
Occupy the Apple Store
Es muss ein ziemlich skurriles Bild gewesen sein, das sich einem Wall-Street-Banker auf seinem Nachhauseweg bot: Er hatte gerade einen Schritt vor die Tür gesetzt, da sah er zu seiner Rechten berittene Polizisten und Einsatzfahrzeuge, die die „Occupy Wall Street“-Proteste flankierten und zu seiner Linken, nur wenige hundert Meter weiter, wartete eine riesige Menschenmenge vorContinue Reading
Veröffentlicht am Oktober 17, 2011 um 10:48
Kategorien: Gesellschaft
Schlagwörter: Altruismus, Fairness, Gier, Neid, Occupy Wall Street, Proteste
Alles ganz harmlos…
Letzte Woche war ich zu einem Dinner im „China Tang“ eingeladen. Das traditionsreiche Restaurant findet man im Untergeschoss des Dorchester Hotels im exklusiven Londoner Stadtteil Mayfair. Um dorthin zu gelangen, muss man zunächst an der berühmten „Promenade Bar“ des Hotels vorbei.
Veröffentlicht am Oktober 14, 2011 um 08:09
Kategorien: Gesellschaft
Schlagwörter: Kognitive Dissonanz, Neutralisierungsstrategien
Nobelpreis für rationale Erwartungen
Inmitten der Krise, die aus so vielen schlechten Entscheidungen entstanden ist, erscheint es schon ein wenig seltsam, wenn der Wirtschaftsnobelpreis an zwei Ökonomen geht, die in den 70er Jahren Modelle auf der Basis rationaler Erwartungen erarbeitet haben. Wenn uns die Krise etwas gelehrt hat, dann doch dies: Menschen denken ökonomisch kurzfristig,
Veröffentlicht am Oktober 12, 2011 um 08:24
Kategorien: Gesellschaft
Schlagwörter: begrenzte Rationalität, Finanzkrise, Wirtschaftsnobelpreisträger
Die Welt ist klein
Ein Freund kontaktierte mich gestern, um mir einen, wie er fand, außergewöhnlichen Zufall zu schildern (diesen außergewöhnlichen Umstand machte er mir mit diversen Ausrufezeichen in seiner Email deutlich klar!): Die Schwester seiner Frau und die Schwester des jüngst verhafteten UBS-Händlers Kweku Adoboli, der mehr als 2 Mrd. Euro verzockt haben soll, sind früher gemeinsam zurContinue Reading
Veröffentlicht am September 26, 2011 um 08:43
Kategorien: Behavioral Living, Verschiedenes
Schlagwörter: Kweku Adoboli, leichte Verfügbarkeit, Verbundene Wahrscheinlichkeiten
Der sicherste Goldtresor der Welt
Gestern stieß ich auf zwei Geschichten, die anscheinend nicht zusammenpassen. Die erste betraf ein massives Gewölbe in Singapur, das bereits ein Jahr nach seiner Eröffnung fast bis unter die Decke mit Gold gefüllt ist. Letzteres stammt von neuen Goldbesitzern,
Veröffentlicht am September 21, 2011 um 11:21
Kategorien: Investmententscheidungen
Schlagwörter: Gold, Goldförderung
Ein 30jähriger Kater vom Aktienmarkt
Der September 1987 war bestimmt kein besonders günstiger Augenblick für den Beginn einer Karriere an den Finanzmärkten. Aber genau zu diesem Zeitpunkt befand ich mich zum ersten Mal inmitten eines Handelsbüros eines der größten Rohstoff-Händler der Welt. Ich, der gerade frisch
Veröffentlicht am September 20, 2011 um 10:54
Kategorien: Behavioral Living, Investmententscheidungen
Schlagwörter: Aktienmärkte, Crash, Peak-End-Effekt, Rückwirkende Betrachtung, selektive Wahrnehmung, Wahrnehmung extremer Ereignisse
Taschenspielertrick mit Zuckerguss
Ein Sturm der Entrüstung brach in unserem Büro aus, als wir erfuhren, dass einige Snack-Produzenten offenbar das Kunststück vollbracht hatten, einen kalorienreduzierten Schokoriegel herzustellen, indem sie einfach dessen Größe verringerten. Zwar entsprach die Zusammensetzung der kleineren Riegel exakt der ihrer Vorgänger, kosteten aber genauso viel
Veröffentlicht am September 6, 2011 um 08:09
Kategorien: Behavioral Living, Marketing
Schlagwörter: Behavioral Economics, Christmas Club, Homo oeconomicus, Selbstdisziplin, Willenstärke
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