Pandoras Büchse

17. November 2011 von Joachim Goldberg

Viele Marktteilnehmer gehen mittlerweile wohl davon aus, dass die europäische Schuldenkrise in Bälde und zumindest für die nahe Zukunft nachhaltig eingedämmt wird. Allerdings scheint es dafür nur einen Weg zu geben, den man landläufig als „Geld drucken“ bezeichnen kann. Auch wenn sich Teile in der EZB – vor allem die deutsche Seite – aber auch in der Politik noch standhaft dagegen wehren, wird es am Ende kaum eine Alternative zum unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen geben. Immerhin scheint das Drama Schuldenkrise einen neuen Höhepunkt erreicht zu haben, wenn Finanzminister Wolfgang Schäuble gerade äußerte, die Zinsen seien bei manchen Staatsanleihen in nicht mehr zu begründende Höhen gestiegen. Mehr noch, handelten die Märkte derzeit nicht nur rational. Ich kenne solche Statements noch vor allem aus den Zeiten des Devisenhandels der 1980er und 1990er Jahre, wenn Zentralbankinterventionen nicht mehr in allzu weiter Ferne lagen.

Über die Positionierungen und Ansichten der Anleger sprach heute Sabrina Markgraf von n-tv mit mir – die Aufzeichnung sehen Sie hier (ab 11:18 Uhr) Über die Stimmung am Aktien- und Devisenmarkt sowie über das delikate Thema „Anleihekäufe“ habe ich, interviewt von Melanie Koesser vom DAF, hier gesprochen.

Unterdessen erfährt man (wenig von den Akteuren beachtet) bei Bloomberg, dass JPMorgan Chase & Co. und die Goldman Sachs Group Inc. kombiniert Versicherungen auf globale Schuldtitel in Höhe von mehr als 5 Billionen Dollar per 30.09. verkauft hätten. Verkäufe, denen übrigens etwa gleich hohe Käufe von Kreditausfallversicherungen gegenüberstanden. Die Zahl per se sieht natürlich riesig aus, aber niemand kann sagen, wie groß der europäische Anteil der zu versichernden Titel ist.


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veröffentlicht am 17. November 2011 um 13:19 Uhr

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