Euro 2.0 – wenn der neue Euro kommt

29. November 2011 von Herman Brodie

Der Vorschlag, einen so genannten Elitebond – eine gemeinsame Anleihe, die lediglich von fiskalpolitisch gewissenhaften Mitgliedern der Eurozone begeben wird – einzuführen, hat wieder einmal die Diskussion über ein Europa der zwei Geschwindigkeiten angestoßen. Die Idee ist natürlich nicht neu. Denn es hat immer schon Politiker und Ökonomen gegeben, die die Notwendigkeit der Trennung eines Kerneuropas von den Ländern der Peripherie befürwortet haben. Als ob man so einfach fundamentale Veränderungen an der Eurozone vornehmen könnte und gleichzeitig auch noch unterstellt, alle Menschen würden diesen Wechsel automatisch unterstützen, wie wenn nichts geschehen sei. Eine gewagte Annahme!

Ein neuer Euro, Neuro, Kern-Euro oder ein Euro 2.0 – wie man diese neue Währung auch immer bezeichnen mag, ist sie doch nichts anderes als das Eingeständnis, dass der Euro 1.0 nicht funktioniert hat. Warum also sollten Europäer, die gerade Zeuge einer auseinanderbrechenden Währungsunion wurden, sich sogleich einer neuen, wenn auch kleineren Gemeinschaft verschreiben? Und wer würde überhaupt zu diesem neuen Kern-Euro gehören? Nach dem Vorbild der Mitglieder der Elitebonds wären das diejenigen Länder die Heute finanziell einigermaßen gesund, traditionell gewissenhaft sind und über ein erstklassiges Kreditrating verfügen.

Allerdings kann kaum jemand vorhersagen, wer Morgen noch diesen Kriterien gerecht würde. Anders ausgedrückt, geht man offenbar stillschweigend davon aus, wer heute zum Kern Europas gehört, wird auch in Zukunft dazu gerechnet. Kurzum, machen die Politiker genau den gleichen Fehler, den sie bereits schon einmal bei der Einführung des derzeitigen Euro gemacht haben: Sie schufen eine Schönwetterwährung.

Vielleicht gibt es ja eines Tages dann auch den Euro 3.0, der dann aus dem unschmelzbaren Kern der Eurozone bestünde, den man dann liebevoll und ohne weiteres auch als D-Mark bezeichnen könnte.


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veröffentlicht am 29. November 2011 um 10:29 Uhr

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1 Kommentar

  1. Die Kriminalität unserer Prollitiker wird nur noch übertrumpft von der Dummheit der Wähler ebensolche zu wählen.

    Kommentar von EuroTanic vom 29. November 2011 um 16:39

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