Blog

Umleitung

3. April 2014
Mikrofon

Liebe Leserinnen und Leser,

ab sofort finden Sie meine Blog-Beiträge unter http://www.der-goldberg.de, wo ich weiterhin zu aktuellen Ereignissen aus Wirtschaft, Finanzmärkten und Politik, aber auch dann und wann zu Entscheidungen aus dem Leben meiner Mitmenschen aus einem verhaltensorientierten Blickwinkel Stellung nehmen werde.

Joachim Goldberg

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Abschied

31. März 2014
red velvet stage theater curtains

Liebe Freunde, liebe Geschäftspartner, Wegbegleiter und Kollegen,

Zeit, Abschied zu nehmen. Denn die cognitrend GmbH wird mit Ablauf des 31. März 2014 in die Liquidationsphase übergehen. Damit wird dann auch meine Tätigkeit als Geschäftsführer der Firma beendet sein. Ich blicke mit Wehmut, aber auch mit ein bisschen Stolz auf diese fast 14 Jahre zurück, weil ich glaube, dass meine Mitgesellschafter und ich in dieser Zeit mit dazu beigetragen haben, die relativ junge Forschungsrichtung der Behavioral Finance/ Economics in Theorie und Praxis weiterzuentwickeln. Dafür, dass uns das möglich war und für die vielen positiven Erfahrungen im Kontakt mit den Kunden und Kollegen in Banken und anderen Unternehmen, möchten wir uns an dieser Stelle bedanken.

Ich richte aber auch den Blick nach vorne. Mit der Behavioral Finance meine ich den Ansatz gefunden zu haben, mit dem sich die Märkte am besten interpretieren und verstehen lassen. Daher möchte ich auf diesem Weg weitergehen und werde schon im April als Inhaber meiner neuen Firma Goldberg & Goldberg meine Arbeit in diesem Sinne fortsetzen. Das heißt, ich werde mich weiterhin mit einer verhaltensorientierten Kapitalmarktanalyse auf Basis der Behavioral Economics beschäftigen.

Natürlich können Sie mich außerdem nach wie vor für Ausbildungs-und Vortrags­veranstaltungen buchen. Auch der von mir bislang unter blognition.de veröffentlichte Blog bleibt bestehen. Er wird unter meinem neuen Internetauftritt http://www.der-goldberg.de fortgeführt werden.

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Soll ich heute oder lieber später handeln?

28. März 2014
Mikrofon

Kennen Sie das? Gerade hatten Sie sich dafür entschieden, ein paar Winterpfunde loszuwerden und wollten deswegen gleich Morgen mit einer Diät beginnen. Heute sah das auch noch ganz einfach aus. Wenn da nicht die Einladung zum Abendessen am nächsten Tag gewesen wäre.

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Die Märkte und die Fed – und was Sie im ersten Quartal möglicherweise verpasst haben

27. März 2014
senti26032014

Dass die US-Notenbank es mit der Rückführung der Anleihekäufe ernster meint, als dies manche Akteure vermuten, wurde gestern an einem Statement des Präsidenten der Federal Reserve Bank of St. Louis deutlich. James Bullard, derzeit nicht-stimmberechtigt im Offenmarktausschuss der Notenbank,

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Zur falschen Zeit versichert

24. März 2014
Studium

Traf unlängst meinen Freund M., der nicht gerade glücklich aussah. „Ist etwas mit den Kindern?“ fragte ich besorgt, wohl wissend, dass bei fünf Kindern immer mindestens eines ausschert und für Kopfzerbrechen sorgt. Immerhin: M‘s Ältester

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Große Fed-Überraschung?

20. März 2014
senti19032014

Wenn ich mir heute früh die Reaktionen vieler Kommentatoren und Akteure betrachte, ist die gestrige Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) falkenhafter als erwartet ausgefallen. Tatsächlich hat das FOMC offenbar einige Akteure auf dem falschen Fuß erwischt,

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Zimmer ohne Aussicht

18. März 2014
Kerala

Das Lakeview Resort ist in zweierlei Hinsicht ein herausragendes Feriendomizil im indischen Bundesstaat Kerala. Einmal, weil es etwa 3000 m über dem Meeresspiegel liegt. Und zum anderen, weil es eines der wenigen Resorts ist, das mit begehrenswerten fünf Sternen ausgezeichnet ist. Das Hotel

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Alarmzeichen?

13. März 2014
senti12032014

Als ich gestern im manager magazin online den Beitrag Die Spielsüchtigen – Geldhäuser zocken wieder fand, stellte ich fest: Es wurden überwiegend wieder einmal Stereotype bedient. Dennoch kam wahrscheinlich nicht nur bei mir beim Lesen ein ungutes Gefühl auf, der nächste Crash könnte näher sein als uns lieb ist. Weil

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Gehen, wenn es am schönsten ist

11. März 2014
Gatsby

Hatte kürzlich eine Diskussion mit meiner 15jährigen Tochter, die auf eine Party gehen wollte. Und wie das alle Eltern von Heranwachsenden in diesem Alter schon einmal mitgemacht haben, kam  unweigerlich auch bei uns die Diskussion auf, wie lange sie denn dort bleiben dürfe. „Aber Papa, wenn

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Am Allzeithoch sieht eine Anlage immer gut aus

6. März 2014
Senti 05032013

Nun sei also die Zahl der direkten und indirekten Aktienbesitzer in Deutschland im Jahr 2013 erneut zurückgegangen, stellte das deutsche Aktieninstitut (DAI) unlängst fest. Damit ist die Zahl der Aktionäre seit dem Jahr 2001, also ein Jahr nachdem seinerzeit noch der Begriff der Aktienkultur hierzulande die Runde machte,

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Erben bringt Scherben

5. März 2014
ETW

Traf unlängst wieder einmal Freund K., der mir von seinem weit entfernten Nenn-Onkel erzählte. Alt und gebrechlich, wenn nicht sogar ein wenig dement sei dieser mittlerweile geworden, erzählte er mir betrübt. Umso trauriger, dass „Onkelchen“ auch noch ganz alleine ist, weil seine Frau vor zwei Jahren verstarb und es keine Kinder oder andere nahe Verwandte gibt, die sich um ihn kümmern könnten. Was blieb dem guten K. da anderes übrig, als sich selbst des armen alten Onkels anzunehmen? Doch hat er sich damit wirklich viel aufgebürdet, denn der angeheiratete Oheim wohnt Hunderte von Kilometern von K.‘s Wohnort entfernt, immerhin aber in einem Pflegeheim, so dass er jedenfalls gut versorgt ist. Also machte sich K. einmal im Monat auf, um seinen entfernten  Verwandten zu besuchen und um nach dem Rechten zu sehen.

Anfangs geschah das bestimmt aus reiner Nächstenliebe, doch mit der Zeit entwickelte sich sogar eine gewisse Zuneigung, die bei K. noch größer werden sollte, als er erfuhr, der liebe Onkel wolle ihn in seinem Testament bedenken, damit nicht der Staat alleine alles erben würde. K. ging die Sache einerseits mit einem gewissen Tempo an, da man nicht wissen konnte, wie lange der Onkel angesichts der sich immer deutlicher abzeichnenden Demenz noch in der Lage wäre, ein notarielles Testament zu unterschreiben. Andererseits nahm sich K. noch so viel Zeit, sich steuerlich und juristisch beraten zu lassen. Denn die Erbschaftssteuer würde im Fall des Falles unbarmherzig zuschlagen, wie K. mir erläuterte. 500.000 Euro wären ja ein schönes Vermächtnis in spe, wenn da nicht ein Steuersatz von 30 Prozent in Ansatz gebracht würde, sinnierte er unlängst beim gemeinsamen Mittagessen mit mir. Aber immerhin gäbe es einen Freibetrag von sage und schreibe 20.000 Euro, weswegen K. seine liebe Ehefrau gleich mit ins Boot nahm, um so im Sinne einer Optimierung der künftigen Familienfinanzen den doppelten Steuerfreibetrag geltend machen zu können.

Ich bin weder Steuerfachmann noch Jurist, aber über den Daumen hätte dies eine Steuerersparnis von zwölf statt 6.000 Euro bedeutet. Doch jedes Mal, wenn ich in Deutschland von Steuervorteilen höre, schrillen bei mir sogleich die Alarmglocken. Sei es, dass es um irgendwelche Immobiliengeschichten oder bestimmte Fonds ging – ich kenne viele, die mir von den tollen Schnippchen erzählt haben, die man dem Fiskus ganz legal schlagen könne. Aber ich kenne niemanden, der per Saldo mit solchen Investments über die Jahre verlustfrei geblieben oder gar mit einer satten Rendite herausgekommen wäre.  Aber bei K. lag die Geschichte ein bisschen anders.

 

Späte Reue – oder erben mit dem Homo oeconomicus

So geriet mein Freund beim heutigen Mittagessen ins Grübeln und sagte, die Idee, seine Frau mit ins Erbenboot zu nehmen, sei wohl doch nicht so gut gewesen. Nicht weil K. seine Frau (oder sie ihn) demnächst verlassen wolle. Aber im unwahrscheinlichen Falle einer Scheidung nach dem Hinscheiden des Onkels würde das ganze Erbe in den Zugewinn fallen und müsste dann wohl geteilt werden. „Das wäre tragisch“, bemerkte ich, denn ich glaube zu wissen, dass Ererbtes und Geschenktes nicht zum Vermögen zählen, das während der Ehe erwirtschaftet wurde, weswegen der Ehepartner, sofern er nicht im Testament bedacht war, von diesem Geld auch nichts bekäme.

Ich merkte, wie K. zu zweifeln begann, ob sich die ganze Geschichte mit dem gewonnenen Freibetrag denn überhaupt noch rechnen würde. Ich schlug ihm vor, doch wie ein Homo oeconomicus vorzugehen: Multipliziere den durch Zugewinn entgangenen Betrag aus der Erbschaft mit der Wahrscheinlichkeit, dass die Ehe geschieden werden muss. K. multiplizierte schnell 250.000 Euro (die Hälfte der erwarteten Erbschaft) mit der von ihm geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit von 1 Prozent dieses fürwahr unerfreulichen Ereignisses. Und er stellte erleichtert fest, der Steuervorteil sei doch größer.

„Aber“, erwiderte ich mit meiner verhaltensorientierten Denke,  „die Eintrittswahrscheinlichkeit einer eigenen Scheidung unterschätzt man ganz leicht, weil man zu großes Vertrauen in die eigenen Kontrollmöglichkeiten setzt. Aber abgesehen davon riet ich K., er solle sich nicht so sehr den Kopf über ungelegte Eier zerbrechen, denn glücklicherweise sei der Onkel doch noch am Leben, und darüber müsse man doch vor allem froh sein. K. nickte – und schwieg. Sein Blick war abwesend.

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Notenbanken auf dem Rückzug

28. Februar 2014
Mikrofon

Das jüngst veröffentlichte Protokoll des Offenmarktausschusses der vergangenen Fed-Sitzung hat den Anlegern an den Finanzmärkten einmal mehr vor Augen geführt, dass die Notenbank ihren im Dezember 2013 eingeschlagenen Weg fortsetzen wird: Die extrem großzügige Versorgung der Märkte mit Liquidität

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Nichts für Kleinanleger

27. Februar 2014
Senti 26022014

Als ich gestern den Finanzteil der FAZ aufschlug, erschien mir die Welt der Finanzmärkte zumindest an diesem Tag als durch und durch schlecht. Denn die drei wichtigsten Überschriften handelten vom Debakel bei der Bitcoin-Börse Mt.Gox, der Verurteilung des einstigen „Börsengurus“ Markus Frick und von Insider-Trading. Zu den Bitcoins

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Gullivers Reichtum

26. Februar 2014
Postkutsche

Offenbar geht es der Finanzbranche prächtig. So musste ich gestern lesen, dass die Londoner Großbank HSBC anscheinend schon dabei ist, die von der EU verordnete Begrenzung der Boni für Spitzenverdiener zu umgehen. Wie jetzt bekannt wurde, soll der Konzern für seine Topleute – zu denen das Bankhaus sage und schreibe

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Crashgefahr an jeder Ecke

20. Februar 2014
senti19022014

Wenn die von mir sehr geschätzte Börsenzeitung in der Abteilung Kapitalmärkte titelt, US-Aktienanleger befürchteten einen Crash, dann lese ich schon einmal etwas genauer nach. Und da wurden sie dann wieder erwähnt, die Börsenlegenden George Soros und Warren Buffett,

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Farbenlehre

19. Februar 2014
Ampel

„Die Kleinanleger müssen besser geschützt werden“, ist gerade in jüngster Zeit wieder zu hören. So forderte unlängst in der Zeit auch die Präsidentin der deutschen Finanzaufsicht (BaFin), Elke König, als Konsequenz aus der Prokon-Insolvenz eine Kennzeichnung

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Nebel, die wir lieben

17. Februar 2014
Mikrofon

Schon seit einigen Tagen wird von Kommentatoren immer wieder eine Analyse der Citigroup angeführt, wonach in der Woche zum 5. Februar dieses Jahres globale Aktienfonds die stärksten Abflüsse seit mehr als zwei Jahren verbuchen mussten. Statt einer erwarteten großen Rotation

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Für ein paar Pfund mehr

13. Februar 2014
senti12022014

Als ich heute Früh die Financial Times aufschlug, ist mir noch einmal so richtig klar geworden, was es bedeutet, dass die Bank von England ihre Zinspolitik von der Entwicklung des Arbeitsmarkts ab sofort abkoppeln wird. Bis dato gab ja der geldpolitische Ausschuss als Leitlinie aus, die Zinsen würden frühestens erhöht werden,

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Mit-Schnitt

10. Februar 2014
Kamera

Nein, ich bin kein Freund von Alice Schwarzer und vieles, was die Frontkämpferin des Feminismus und Oberpriesterin der Moral in den vergangenen Jahren von sich gegeben hat, hat mir nicht gefallen. Kein Wunder, dass auch die Öffentlichkeit über sie hergefallen ist,

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Sonnt sich der Dachs in der Lichtmess-Woch‘…

6. Februar 2014

Man kann durchaus geteilter Meinung sein, ob man den New Yorker Chefstrategen der Deutschen Bank so durch den Kakao ziehen muss, wie heute auf dem Blog zerohedge.com (hier) nachzulesen ist. Da ist nämlich von dessen Vorhersage-Fähigkeiten in Sachen US-Arbeitsmarktbericht die Rede – letzterer wird Morgen für den Monat Januar veröffentlicht. Da wird nicht nur auf die niedrige Erfolgsquote

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Zur falschen Zeit das Richtige tun

5. Februar 2014
Stoppuhr

Als Begründung für die jüngste deutliche Korrektur an den Aktienmärkten hat landläufig eine Erklärung herhalten müssen: Kapital floss aus Schwellenländern zurück in die USA und in andere so genannte „sichere Häfen“, raus aus Aktien, rein in Anleihen. Dabei haben sich in weniger als zwei Wochen nicht nur die Chancen für eine globale, sondern auch für eine  konjunkturelle Erholung in den USA offenbar dramatisch verschlechtert.

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Bücher sind uncool

31. Januar 2014
Bibliothek

Ein Werbespot, der bereits seit einigen Monaten immer wieder auf einigen Fernsehkanälen zu sehen ist, regt mich ganz besonders auf. Er ist Bestandteil einer Kampagne der Direktbank Cortal Consors, ist in schwarz-weiß gedreht und scheint auf den ersten Blick sogar recht lustig zu sein. Gezeigt wird eine Buchhandlung,

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Das Boot ist gut gefüllt

30. Januar 2014
senti29012014

So sieht also ein Traumstart in den ersten Monat des neuen Jahres aus. Man verkauft einen Teil seiner Aktienbestände in der Nähe des Allzeithochs, um sie dann kurze Zeit später deutlich günstiger wieder zurückzukaufen. Anders ausgedrückt: Die jüngste Entwicklung in einigen Währungen der Schwellenländer, die man durchaus

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Die wahren Risiken für die Weltwirtschaft

28. Januar 2014
superreich

An den Finanzmärkten wird derzeit eine heftige Debatte darüber geführt, ob der derzeitige teils massive Druck auf diverse Währungen der aufstrebenden Länder eine Bedrohung für die sich gerade erholende globale Konjunktur darstellt. Viele Menschen verfolgen diese Diskussionen sehr genau, um sich ein Bild darüber zu machen, inwieweit die jüngsten Verwerfungen ihre Investments im US-Aktienmarkt beeinflussen können. Aber auch für Gold-Investoren spielt es eine ganz wesentliche Rolle, ob sich die neuerlichen Abwertungen der Valuten in den Emerging Markets in eine weltweit ansteckende ökonomische Krise ausweiten oder ob – siehe am Beispiel Indiens – lediglich ein Zinserhöhungszyklus ausgelöst wird. Im ersten Falle würde Gold als so genannter sicherer Hafen (safe haven) angesehen, im Letzteren jedoch nicht. Die Frage ist also, wie die derzeitige Debatte ausgehen wird.

Es mag durchaus vernünftig scheinen, wenn Kommentatoren argumentieren, die Emerging Markets seien wohl kaum in der Lage, die Weltwirtschaft zu ruinieren. Denn einige dieser Volkswirtschaften waren doch bereits ins Trudeln geraten, als die US-Notenbank im Mai vergangenen Jahres zum ersten Mal das so genannte Tapering, ein Zurückfahren der Anleihekäufe, ins Gespräch brachte. Obwohl es also Kapitalabflüsse aus diesen Ländern bereits in 2013 gegeben hat, ist die Weltwirtschaft, wenn auch nur langsam, gewachsen.

 

Gefahrenquelle „high beta rich“

Die tatsächliche Bedrohung des globalen Wachstums ist vielmehr in den USA und in manch anderen Staaten der westlichen Welt zu suchen. Die Rede ist von den Superreichen, die der Journalist und Schriftsteller Robert Frank in einem seiner Bücher als „high beta rich“ bezeichnete. Denn in der Zeit, die auf die Finanzkrise der Jahre 2008/2009 folgte, hat sich deren Vermögen auf immer weniger Köpfe konzentriert und das mit steigender Tendenz. Dabei ist ein großer Teil dieser Vermögen – und damit alle Ausgaben, Steuern und damit verbunden die Auswirkungen auf die Gestaltung der Gesellschaft – sehr stark an die Entwicklung der Aktienmärkte gebunden. Aber mit einer wesentlich höheren Volatilität: Steigen die Börsen, so wachsen diese Vermögenswerte und in Krisenzeiten schrumpfen Sie – jeweils überproportional im Vergleich zum übrigen Reichtum.

Wenn die Superreichen also im Rahmen einer Krise oder geplatzten Börsenblase (Buch)-Verluste ihrer Aktien hinnehmen müssen, hätte dies in der Tat einen negativen Einfluss auf Wachstum und Beschäftigung. Robert Frank brachte es einmal auf den Punkt, als er den S&P 500 als das neue Bruttoinlandsprodukt bezeichnete. Mit anderen Worten: Die größte Bedrohung des globalen Wachstums besteht in einem scharfen Einbruch des S&P 500.

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Wochenschau

27. Januar 2014
Mikrofon

Heute hatte ich Gelegenheit, mich beim Deutschen Anlegerfernsehen (DAF) zur neuen Börsenwoche zu äußern und auf die Fragen von Viola Grebe zu antworten. Auch die Entwicklung beim Gold spielte dabei eine wichtige Rolle,

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Bitcoins – Chancen und Risiken

24. Januar 2014
Bitcoin

Wer im vergangenen Jahr in den Aktienmärkten investiert war, konnte sich allein beim DAX über mehr als 25 Prozent Kursgewinn freuen. Diese Gewinne sehen aber recht blass im Verhältnis zu den Bitcoins aus, deren Wert sich alleine in 2013 vorübergehend mehr als verneunzigfacht hat. Ich selbst habe

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Bullishe Grüße aus Davos

22. Januar 2014
senti22012014

Ökonomen, Auguren, private und öffentliche Institutionen, ja sogar der als konservativ geltende Internationale Währungsfonds (IWF) werden hinsichtlich ihrer globalen Wachstumsprognosen immer optimistischer. Und blickt man gar auf das Treffen der Wirtschaftselite

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Teure Freunde

21. Januar 2014
Restaurant

Geburtstagsfeiern können richtig anstrengend sein. Vor allen Dingen, wenn man sie selbst ausrichtet. Das Ganze kann sogar in Stress ausarten, falls man beispielsweise zehn Personen zum Abendessen bewirten möchte. Dabei sollte so eine Einladung für das Geburtstagskind entspannend sein und nicht bedeuten, dass man bis zur letzten Sekunde den Kochlöffel schwingt und am Ende schweißüberströmt neben seinen Gästen Platz nimmt. So ging es zumindest meinem Freund K. aus Berlin fast jedes Jahr. Die Gäste haben es genossen und sind immer gerne gekommen. Und er stand den ganzen Tag in der Küche und, nach zwei, drei Stunden Geselligkeit, landete er wieder dort, zwischen Bergen von dreckigem Geschirr, verschmierten Gläsern und jeder Menge Essensresten. 

Dieses Mal sollte es anders werden – kein Kochen, kein Stress, schwor sich K. Stattdessen lud mein Freund in ein Restaurant ein, wobei er der Einladung den Hinweis hinzufügte, dass er sämtliche Getränke übernehmen werde. Um es gleich vorwegzunehmen: Es handelt sich nicht um eines dieser Restaurants, in denen der Kellner sichtlich verstimmt reagiert, wenn man nicht ein mehrgängiges Menü bestellt, sondern nur eine Kleinigkeit aus der Karte wählt.

Aber es sollte nicht lange dauern, nachdem mein Freund die Einladungen verschickt hatte, da erhielt er von einem seiner Gäste eine Email mit der alarmierten Anfrage, ob man sich etwa Sorgen um K.‘s finanzielle Situation machen müsse. Dem angeschlossen war der „freundschaftliche“ Hinweis, K. solle doch lieber die komplette Rechnung übernehmen, um alle Irritationen zu vermeiden: „So kennt man Dich nicht“, hieß es in der Nachricht.  Nicht dass es gar Gerede oder gar eine Missstimmung gebe. Auch ein anderer der Geladenen machte eine ähnliche Bemerkung.

 

Fluch des Kostenlosen

Mein Freund K. wirkte ziemlich verunsichert, als er mich anrief. Dabei hatte er seine Entscheidung bereits getroffen: Ja, er habe es sich überlegt, er werde in den sauren Apfel beißen, die ganze Rechnung übernehmen und vermutlich für diesen Abend mehrere 100 Euro berappen müssen. Zu schade, dass ich aus zeitlichen Gründen werde nicht dabei sein können, denn diese anspruchsvollen Zeitgenossen hätte ich gerne einmal näher kennengelernt.

Überhaupt habe ich mich gefragt, woher das Anspruchsdenken dieser beiden Gäste herkam. Solche Freunde braucht man eigentlich nicht. Zumal K., ein Journalist, zwar als wohlhabend, aber dennoch nicht als steinreich gelten kann, als dass er mal eben in einem Restaurant eine Party schmeißen könnte. Und selbst, wenn! Aber mit den Jahren hatte sich offensichtlich bei einigen dieser Gäste ein Referenzpunkt eingeschlichen. Man war es gewohnt, alljährlich vom Geburtstagskind bekocht zu werden. Und jetzt soll man plötzlich einen Teil der Zeche selbst zahlen? Das ist schon wie ein wahrgenommener Verlust, obwohl man sich doch eigentlich denken könnte, dass Restaurantbesuche meist viel teurer sind als häusliche Einladungen. Oder war dies die Strafe für K., dass er sich dieses Mal nicht persönlich ins Zeug legen wollte?

Oder gehört dieses Anspruchsdenken gar zum Zeitgeist? Unwillkürlich fühlte ich mich an eine andere Situation erinnert. So dachte ich an die Zeitungen und Journalisten, die im Internet tagtäglich wertvollen Content produzieren; und dies kostenlos. Die Texte werden gern gelesen, und an die Geschichten erinnert man sich. Aber, wehe, der Tag kommt, an dem die Produzenten dieser Geschichten den Lohn bekommen möchten, der ihnen eigentlich zustünde. Wenn solche Inhalte mit einem Male und selbst mit einem nur geringen Obolus bezahlt werden müssen, ist das Geschrei der Leser riesengroß und nicht selten gibt es sogar unverschämte Reaktionen. Aus psychologischer Sicht mag dies verständlich sein, wird man als Verbraucher doch plötzlich mit einem Verlust konfrontiert, den man früher nicht gehabt hat. Aber es kann doch eigentlich nicht selbstverständlich sein, solche Leistungen kostenlos und stillschweigend zu beziehen.

Immerhin war ich am Ende froh, von meinem Freund zu hören, es hätte ihm ein dritter Gast geschrieben. Verbunden mit dem Dank für die Einladung fügte er hinzu, er wäre auch zu K.‘s Geburtstag gekommen, wenn er alles hätte selbst bezahlen müssen.

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Chinesische Goldnachfrage und andere gebrochene Trends

17. Januar 2014
Mikrofon

Eines der Kaufargumente für Gold sei die gute chinesische Nachfrage, ist immer wieder zu hören. Vor allen Dingen an schwachen Tagen im Goldmarkt. Dass dies zumindest nicht für die private Nachfrage gilt, kann man dem jüngsten Hurun-Report, der wohl größten und umfassendsten Konsumenten-Umfrage unter den Reichen Chinas entnehmen.

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Prognosen im „künstlichen“ Aktienmarkt

15. Januar 2014
sent15012014

Was die Aktienmärkte angeht, scheint derzeit jede Menge Konfusion zu herrschen. Immerhin wird der US-Stratege der Deutschen Bank, Jim Reid, im Internet zitiert[1], die derzeit „künstlichen“ Märkte seien zu Gunsten der Bullen asymmetrisch verteilt. Danach gefragt,

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