Wie schnell sich doch Stimmungen ändern können, habe ich mir gedacht, als ich heute vom Ergebnis der jüngsten Emnid-Umfrage[1] zum Spitzensteuersatz erfuhr. Wo doch vor nicht allzu langer Zeit
Politik
Gold – Allheilmittel oder Placebo?
6. Mai 2013
Nicht zum ersten Mal wird derzeit wieder einmal in Erwägung gezogen, die Goldreserven der Zentralbank eines Landes wenigstens zur teilweisen Lösung von Schuldenproblemen zu verwenden. So wurde etwa bereits zum Höhepunkt der Griechenland-Krise mit dem Gedanken gespielt, mit dem Verkauf der Goldreserven
Fragwürdige Umverteilung
3. Mai 2013
Nun ist also wieder alles beim Alten. Die US-Notenbank hat bei ihrer vergangenen Sitzung klargemacht, dass sie sich flexibler denn je zeigen und je nach Entwicklung der Konjunktur ihre quantitativen Lockerungsmaßnahmen notfalls sogar erhöhen wird. Wer also vor einigen Wochen die Hoffnung
Mit dem Messer an der Kehle
29. April 2013
Wer in einer finanziellen Klemme steckt, muss sich häufig den großmütterlichen Ratschlag anhören, man müsse sich einfach nur nach der Decke strecken. Ein derartiges Rezept jedoch aus dem Munde ernstzunehmender Wirtschaftskommentatoren zu vernehmen,
Das Gold Destruction Team (GDT)
16. April 2013
Um es gleich vorwegzunehmen: Ich besitze schon seit einigen Monaten kein Gramm Gold mehr. Im Zweifel könnte man mich also als voreingenommen bezeichnen. Man könnte mir sogar unterstellen ich würde den Gold-Crash der vergangenen Tage
Mit einem „S“ auf der Brust
15. April 2013
Unlängst stach mir, wie vermutlich auch anderen Twitter-Lesern, ein Link über Margret Thatcher ins Auge. Dieser bezog sich auf einen Vorwurf des australischen Außenministers, Thatcher vertrete „ungeniert“ rassistische Ansichten.
Transparenz und Tugendterror
10. April 2013
Auch wenn der jüngste Schritt des französischen Staatspräsidenten François Hollande, die Vermögen aller Minister offenzulegen, von manchem Kommentator als Akt der Verzweiflung beschrieben wird, gibt es viele, die einen derartigen Schritt nach dem Schwarzgeldskandal um den ehemaligen Haushaltsminister Jérôme Cahuzac für überfällig halten.
Nur die Schnellen gewinnen beim Bank-Run
21. März 2013
Viele Lösungsvorschläge zum Zypern-Problem können derzeit bereits in dem Augenblick Makulatur sein, wo sie kommentiert werden. Dennoch scheint die Zwangsabgabe auf Bankeinlagen in Zypern noch nicht vom Tisch zu sein. Indes ist mir schleierhaft geblieben,
Zypriotisches Hütchenspiel
20. März 2013
Gemessen an der Zahl prominenter Stimmen, die sich gegen die umstrittene Zwangsabgabe auf zypriotische Bankeinlagen richteten, ist es ein Wunder, dass diese dennoch so viel Unterstützung bei der aus EZB, EU und IWF bestehenden Troika fand. Dmitry Medwedew schrie „Foul“,
Mit Jesus die Eurozone retten
18. März 2013
Mit einigem Erstaunen konnte ich kürzlich auf der Homepage von „Business Insider“[1] lesen, dass nur Jesus den Euro retten könne. Tatsächlich wurde dort vor einigen Tagen aus dem Transskript eines Vortrags zitiert, den der Chef-Devisenstratege der Deutschen Bank,
Freiheitsberaubung
11. März 2013
In der vergangenen Woche entbrannte eine heiße Online-Debatte über Vorteile und Gefahren des so genannten „Nudging“ (Anstupsen) – den sanften Paternalismus, den Richard Thaler und Cass Sunstein in ihrem gemeinsam im Jahre 2008 veröffentlichten Buch „Nudge“ propagierten. Dabei kritisierten Gegner dieses Ansatzes die Hinterhältigkeit der Interventionen
„Böse“ Schubser
6. März 2013
Unlängst habe ich mich richtig gefreut, als ich einem Beitrag von Professor Dr. Britta Kuhn im Wirtschaftsblog Ökonomenstimme[1] über den Kampf vieler traditioneller Volkswirte gegen eine Politik des so genannten „Anstupsens“ lesen konnte. Diese Methode findet vor allen Dingen seit dem Erscheinen des Buches „Nudge“ von Richard Thaler und Cass Sunstein aus dem Jahre 2008
Genial einfach entscheiden
8. Februar 2013
Es ist soweit: Das neue Buch Genial einfach entscheiden, das meine ehemalige Kollegin Christin Stock und ich über den Zeitraum von drei Jahren produziert haben, wird am 13. Februar in den Buchhandel gelangen. Erschienen ist es beim Finanzbuchverlag. Wie sollte es anders sein, entstand die Idee dazu, als ich mit Christin
Draghis Spiel ohne Grenzen
21. Januar 2013
In wirtschaftspolitischen Kreisen wird EZB-Präsident Mario Draghi derzeit sehr verehrt. So sehr, dass er unlängst sogar als möglicher italienischer Premierminister gehandelt wurde. Wie er die Krise in der Eurozone, mehr aber noch die Unstimmigkeiten innerhalb des EZB-Rates meisterte, hat ihm zu Recht großes Lob eingebracht
Keine Billion-Dollar-Münze für die USA
14. Januar 2013
Es war schon erstaunlich mitanzusehen, wie die USA, ein Land das sich viele Jahre lang dagegen wehrte, eine Ein-Dollar-Münze zu prägen, plötzlich seine Regierung bat, eine Münze mit einem Nennwert von einer Billion Dollar herauszugeben. Dieses Monster-Geldstück war natürlich nur ein Trick,
Mit Peanuts für mehr Steuergerechtigkeit
28. November 2012
Mit der Steuergerechtigkeit scheint man es in der Politik endlich ernst zu meinen. So ernst, dass das für 2013 geplante Steuerabkommen mit der Schweiz den Deutschen Bundesrat nicht passieren konnte, weil den Ländervertretern die neue Regelung nicht weit genug ging.
Um die Klippe herum
23. November 2012
Die Frage, ob es in 2012 eine Jahresendrallye geben wird, durfte ich in meinem Kurzinterview am Donnerstag bei n-tv beantworten, das Frank Meyer mit mir führte. Weil ich mich mit einer kurzen Antwort
Falscher Referenzpunkt
22. November 2012
Die so genannte fiskalische Klippe (fiscal cliff), die den USA Anfang 2013 drohen könnte, ist in aller Munde und sollte es zu keiner Einigung zwischen dem von Republikanern beherrschten Repräsentantenhaus und dem Senat (mit Mehrheit der Demokraten) kommen,
Berater-Bashing
31. Oktober 2012
Las unlängst in der Zeitung Die Welt[1] einen Artikel, der unter der etwas polemisch anmutenden Überschrift “Volkswirte experimentieren im Politik-Labor” den Eindruck zu erwecken versuchte, dass Politiker und am Ende auch die Bürger Versuchskaninchen der Verhaltensökonomen wären. Vor allem die Behauptung
Wahlrallye an der Börse oder böses Erwachen?
26. Oktober 2012
Am gestrigen Donnerstag hat mich wieder einmal Frank Meyer in der der n-tv Telebörse (Frank Meyer firmiert auch unter Bankhaus Rott & Meyer) auf seine liebenswerte und persönliche Art zum Thema: „Wie lange geht so etwas noch gut?“ zur derzeitigen ökonomisch/psychischen Verfassung
Euro-Krise: Der Hase und die Schildkröte
22. Oktober 2012
Seit April 2010 kann man auf der Online-Plattform Intrade darauf wetten, dass die Eurozone auseinanderbricht. Genauer gesagt: Darauf, dass „ein Land, welches gegenwärtig den Euro nutzt, vor Mitternacht des 31. Dezembers 2012 seine Austrittsabsicht kundtut.“ Die Wette wurde umgehend mit 27 Prozent Wahrscheinlichkeit gehandelt
Das kann doch gar nicht sein!
5. Oktober 2012„Das kann doch gar nicht sein!“, werden diejenigen rufen, die mit ganz anderen US-Arbeitsmarktdaten als den nun veröffentlichten gerechnet haben. Ja, eine Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent (erwartet war eine Quote von 8,2 Prozent) war für manche allein schon deswegen eine faustdicke Überraschung,
Goldmans Gehorsam
12. September 2012
Der gestrige Blog beschäftigte sich mit der Arte-Dokumentation “Goldman Sachs – eine Bank lenkt die Welt“. Was der Film über das Netzwerk dieses Geldinstituts aussagte, könnte stellvertretend auch für viele andere Unternehmen, Organisationen und Verbände, von der Harvard-Universität bis zu den Freimaurern, gelten.
Geheimbund Goldman
11. September 2012
Sah gestern den am 5.9. von ARTE erstmals ausgestrahlten Film “Goldman Sachs – eine Bank lenkt die Welt” und war zunächst beeindruckt, wenn nicht gar schockiert über das mächtige Netzwerk, das diese Investmentbank angeblich aufgebaut haben soll. Da kann einem nur angst und bange werden,
Spanische Eröffnung
28. August 2012
Nun ist es also heraus: Spaniens Regierung braucht offenbar gar nicht die 100 Milliarden Euro zur Rettung ihrer maroden Banken, die ihnen die Euro-Retter bereits in Aussicht gestellt hatten. 60 Milliarden seien genug, hat Wirtschaftsminister Luis de Guindos nach Angaben der International Herald Tribune[1] erklärt. Doch Vorsicht: Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich Spaniens Bankensituation tatsächlich zum Guten gewendet hat. Aber eben auch nicht zum Schlechten. Wie ich bereits Mitte Juni in meinem Blogbeitrag Gut verkauftes Defizit gemutmaßt hatte, war der angeblich benötigte Hilfsbetrag von 100 Milliarden Euro ohnehin viel zu hoch gegriffen. So hatte seinerzeit der IWF einen deutlich niedrigeren Betrag veranschlagt. Die Schätzungen lagen damals zwischen 40 und 80 Milliarden Euro, und der jetzt ermittelte Betrag befindet sich, oh Wunder, genau in der Mitte dieser Bandbreite, die allerdings von den meisten Menschen schon längst vergessen worden sein dürfte. Was jetzt für die Wahrnehmung zählt, ist einzig und allein der leicht zu vergegenwärtigende Referenzpunkt der ursprünglich verlautbarten 100 Milliarden Euro. Dagegen sieht ein Hilfsvolumen von „nur“ 60 Milliarden mental zwar immer noch wie ein Verlust aus, der gleichzeitig aber viel geringerer als erwartet ausgefallen ist. Mithin könnte man auch von einem relativen Gewinn sprechen.
Cleverer Schachzug
Ein cleverer Schachzug für die Öffentlichkeit also. 60, 80 oder 100 Milliarden: Diese Summen sind so unvorstellbar groß, dass die meisten ohnehin keinen großen Unterschied mehr zwischen diesen Beträgen machen würden. Wohl aber hätten alle erschrocken reagiert, wenn der Betrag zur Rettung spanischer Banken von den Offiziellen womöglich nachträglich noch einmal hätte aufgestockt werden müssen, weil er ursprünglich zu niedrig angesetzt worden war. Das hätten wir in unserer Wahrnehmung wie zwei separate Verluste erlebt. So aber haben wir alle das gute Gefühl, dass es nicht so schlimm gekommen ist, wie wir befürchtet haben. Aber wir sollten uns dennoch darüber im Klaren sein, dass sich im Grunde an der bedenklichen Lage Spaniens rein gar nichts geändert hat.





