Eine Währungsreform[1] würde psychologisch nichts anderes als die Kapitulation der Politik vor dem in der Krise angehäuften, nicht mehr zu bewältigenden Schuldenberg bedeuten. Außerdem dürfte sie sich keineswegs darin erschöpfen,
Gesellschaft
Von der Euro-Krise zur Währungsreform
5. Dezember 2011
In den vergangenen Wochen bin ich oft gefragt worden, wie denn der so genannte worst case am Ende einer ungelösten europäischen Schuldenkrise aussehen könnte. Zugegebenermaßen ist dies eine Frage, die ich nicht gerne beantworte.
Selbstbestimmung mal anders
30. November 2011
Ohne jemals zugestimmt zu haben, bin ich mit dem Tag meiner Geburt deutscher Staatsbürger geworden. Seit ich arbeite, zahle ich unfreiwillig Steuern und Sozialversicherung und wenn ich einmal tot bin, geht mein Hab und Gut an meine nächsten Verwandten und das alles, ohne dass mich jemals irgendwer nach meiner Meinung gefragt hat. Doch wenn es um die Organspende geht,
Euro-Abwrackprämie
25. November 2011
Manche Frankfurt-Touristen glauben, die vor dem EZB-Gebäude postierte Euro-Skulptur wäre so etwas wie der Ur-Euro, der Träger des Einheitswährungs-Genom. Diesen Euro-Dinosaurier will die EZB, wenn sie 2014 in ihren neuen Hauptsitz ziehen wird, aber nicht mehr vors neue Gebäude stellen. Mit anderen Worten: Das Ding soll weg.
Was hat diese abneigende Haltung zu bedeuten? Heißt das etwa,
Der Teufel in uns
18. November 2011
„In den meisten von uns steckt das Potenzial eines Jerome Kerviel oder eines Kweku Adoboli – viele von uns könnten zu betrügerischen Händlern werden“. Mit dieser Aussage konfrontierte ich die Teilnehmer meiner jüngsten Behavioral-Finance-Seminare. Ich erntete zwar mehrheitlich ein Schmunzeln dafür, aber niemand widersprach mir.
Unterwegs in Kapstadt
16. November 2011
In welcher Welt möchten Sie lieber wohnen: Sie können in einem 200 qm großen Haus leben, während alle anderen um Sie herum nur 150 qm große Häuser haben. Oder aber Sie können ein 300 qm großes Haus beziehen, aber ihre Nachbarn werden allesamt in rund 400 qm großen Häusern residieren. Wofür entscheiden Sie sich? Solche oder ähnliche Fragen stellen wir unseren Zuhörern häufig während unserer Präsentationen. Zumeist entbrennt dann eine Diskussion über absolute und relative Vergleichsmaßstäbe.
Wie die Altersvorsorge noch unattraktiver wird
11. November 2011
Unlängst hat mein Mitstreiter Herman in einem Blog-Beitrag beschrieben, wie das so genannte Nudging ("Anstupsen“) bei der Altersvorsorge funktioniert. Dabei zeigte sich, dass man oft nur den Bezugsrahmen eines Sachverhalts verschieben muss, um Menschen in Richtung einer bestimmten Entscheidung zu beeinflussen.
Europa und das eskalierende Commitment
8. November 2011
Am vergangenen Wochenende war ich bei einem Freund eingeladen, und natürlich musste das Gespräch auf die europäische Schuldenkrise kommen. Dabei ging es ausnahmsweise einmal nicht um die Frage, wie man sein eigenes Geld in Sicherheit bringen könne. Und auch nicht darum, wohin die Krise Deutschland noch führen werde. Vielmehr fragte mein Gegenüber,
Steuersenkung? – Nein, Danke
7. November 2011
Und die Geschichte wiederholt sich doch, zumindest was die Steuerpolitik in Deutschland betrifft. Wieder einmal, wie bereits vor zwei Jahren, denkt die Bundesregierung über eine Steuersenkung nach. Damals war man dann aber bald zu der Einsicht gelangt, dass das Geld
Abschalten
2. November 2011
Gutes Fernsehen muss offenbar einfach sein. Diesen Eindruck konnte ich gewinnen, als ich mir jüngst wieder einmal eine dieser zahlreichen Talkshows zur Euro-Krise anschaute. Aber ich hatte Verständnis dafür, dass angesichts
Fragwürdiger Stolz
26. Oktober 2011
Zwar bin ich kein leidenschaftlicher Box-Fan, aber den einen oder anderen Kampf schaue ich mir dennoch gerne im Fernsehen an. So war's auch am vergangenen Sonntag, als ich in Ausschnitten die Titelverteidigung des Cruiser-Weltmeisters Marco Huck gegen Rogelio Rossi nach Version der WBO verfolgen durfte.
Me(n)tal Accounting
24. Oktober 2011
Es ist nicht mehr ganz so leicht wie noch vor einigen Monaten, als man gar nicht fragen musste, ob, sondern um wie viel sich Gold verteuern wird. Die eingeschworene Edelmetall-Fangemeinde schert sich jedoch darum kaum. Sie hat den 400-Dollar-Sturz im September mit einem Achselzucken quittiert
Margin Call
18. Oktober 2011
Vor einigen Tagen hatte ich Gelegenheit, mir im Kino den Film mit dem feinsinnigen Namen „Margin Call“ oder zu Deutsch "der große Crash“ anzusehen. Erwartungsgemäß ging es um eine Investmentbank der Wall Street im Jahre 2008 in Anlehnung an die Lehman-Pleite. Der Streifen beginnt mit einer für damals wie auch heute typischen Entlassungsrunde von Mitarbeitern, der auch der Analyst Eric Dale zum Opfer fällt.
Occupy the Apple Store
17. Oktober 2011
Es muss ein ziemlich skurriles Bild gewesen sein, das sich einem Wall-Street-Banker auf seinem Nachhauseweg bot: Er hatte gerade einen Schritt vor die Tür gesetzt, da sah er zu seiner Rechten berittene Polizisten und Einsatzfahrzeuge, die die „Occupy Wall Street“-Proteste flankierten und zu seiner Linken, nur wenige hundert Meter weiter, wartete eine riesige Menschenmenge vor einem AT&T-Laden darauf, endlich das neue iPhone für 500 USD ergattern zu können.
Alles ganz harmlos…
14. Oktober 2011
Letzte Woche war ich zu einem Dinner im „China Tang“ eingeladen. Das traditionsreiche Restaurant findet man im Untergeschoss des Dorchester Hotels im exklusiven Londoner Stadtteil Mayfair. Um dorthin zu gelangen, muss man zunächst an der berühmten „Promenade Bar“ des Hotels vorbei.
Nobelpreis für rationale Erwartungen
12. Oktober 2011
Inmitten der Krise, die aus so vielen schlechten Entscheidungen entstanden ist, erscheint es schon ein wenig seltsam, wenn der Wirtschaftsnobelpreis an zwei Ökonomen geht, die in den 70er Jahren Modelle auf der Basis rationaler Erwartungen erarbeitet haben. Wenn uns die Krise etwas gelehrt hat, dann doch dies: Menschen denken ökonomisch kurzfristig,
Griechenland spart sich unglücklich
4. Oktober 2011
Die jüngsten Zufriedenheitsstatistiken aus Griechenland lassen nichts Gutes erahnen: Seit 2007 hat sich die Zahl der Unglücklichen mehr als verdreifacht. 24 Prozent aller Griechen bezeichnen sich als „leidend“ und sehen auch keine großartige Verbesserung in den nächsten Monaten
Relative Psychopathen
30. September 2011
Lange ist es noch nicht her, dass ein Händler einer Investmentbank einen Riesenverlust in Milliardenhöhe produziert hat. Passend zu diesem Desaster haben jetzt Wissenschaftler der Universität Sankt Gallen das Verhalten von 27 Händlern untersucht und dieses mit den Resultaten einer bereits zuvor veröffentlichten Studie über 24 Psychopathen
Gute-Laune-Euro
28. September 2011
Ich war gerade auf dem Weg zu einem Wanderausflug, als ich im Radio den Ausschnitt aus dem Live-Programm eines Komikers hörte. Selbiger nahm die Finanzkrise und seine Akteure auf die Schippe: „Früher hat man sein Erspartes zur Bank gebracht und auf dem Sparbuch 5 Prozent Zinsen kassiert.“ Heute könne man kaum mehr schnell genug
Rezession? Kenn ich nicht!
27. September 2011
Fällt Deutschland in die Rezession oder nicht? Diese Frage stellen sich angesichts der herben Verluste am Aktienmarkt immer mehr Menschen. Jedenfalls diejenigen, die entweder beruflich in irgendeiner Form mit Finanzen oder Finanzmärkten zu tun haben, Aktien besitzen oder sich allgemein für die Wirtschaft interessieren. Aber weder verfügt Deutschland über einen hohen Anteil an Aktienbesitzern – seit Jahren befindet sich die Zahl deutscher Privatinvestoren im Sinkflug – noch generiert das Thema Wirtschaft hohe TV-Einschaltquoten. Wetten, dass die Mehrheit der Bevölkerung lieber DSDS guckt?
Umso erstaunter war ich, als
Geiselnahme in der Kammer des Schreckens
16. September 2011
Vorgestern schrieb ich über Horrorszenarien, die derzeit vor allem im Internet die Runde machen. Und das in vielfältiger Form und oftmals nur kopiert. Doch viele Menschen tendieren
Willkommen in der Kammer des Schreckens
14. September 2011
Horrorszenarien zum Zerfall der Eurozone sind momentan groß in Mode. Aber nicht nur durch das World Wide Web galoppieren zurzeit ganze Schwadrone apokalyptischer Reiter, nicht nur an vielen Facebook-Boards prangen Menetekel, die uns vor dem Untergang unseres Geldsystems warnen.
Die Welt nach 9/11
9. September 2011
Ich kann mich noch sehr genau erinnern. Ich saß im Auto und war auf dem Weg nach Hause, als ein völlig aufgeregter Radiomoderator durch den Äther rief: Gerade ist ein Flugzeug ins World Trade Center geflogen. Zuhause angekommen, schaltete ich sofort den Fernseher ein und musste mitansehen, wie die zweite Maschine einschlug. Ich war fassungslos
Von der Gier und ihrer Schwester Fairness
23. August 2011
Ein Leser unseres Blogs erinnerte mich an die Weltanschauung eines Freundes. Beide, der eine sah es eher religiös, der andere ging das Thema von der politischen Seite an, vertreten die Meinung, dass unsere Gesellschaft eine andere werden muss, dass die Macht und die Ära des Geldes irgendwann zu Ende geht. In einer neuen Gesellschaft soll das Gemeinwohl an erster Stelle stehen
Ausgelöffelt
17. August 2011
Wer (wie ich vor wenigen Wochen) mit Kindern in Italien Sommerurlaub macht, wird natürlich auch Eis essen gehen. Hierzulande ist das ein relativ einfaches Rechenexempel: Eine Kugel kostet 90 Cent oder einen Euro, mehrere Kugeln ein Mehrfaches davon. In Venedig sieht die Preisgestaltung indes ganz anders aus. Die haben sich wirklich etwas einfallen lassen,
Hat Warren Buffett einen Hund?
29. Juli 2011
Bis gestern, als ich den Blogbeitrag meines Mitstreiters las, hatte ich keinen blassen Schimmer davon, wie kostspielig es ist, einen Hund zu halten. Und nach einigem Nachfragen war mir klar: So ein Tier kann richtig teuer werden.
Auf den Hund gekommen
27. Juli 2011
Nun habe ich mich also nach vielen Monaten heftigster Familiendebatten doch dazu durchgerungen, für meine Kinder einen Mops anzuschaffen. Sie können sich sicherlich die Kommentare vorstellen, die ich anschließend von meinen Freunden und Kollegen zu hören bekam. Ob ich denn nicht schon genug Kinder hätte, feixte auch ein Nachbar. Aber mein richtiges Stimmungstief nach dem Kauf des Hundes sollte erst noch kommen.
Norwegischer Kontrollverlust
26. Juli 2011
Unfassbar: Erst detonierte eine Bombe im Regierungsviertel von Oslo und kurze Zeit später eröffnete ein und derselbe Attentäter auf der Ferieninsel Utöya das Feuer auf die 600 Teilnehmer eines Sommer-Camps. Norwegen und die ganze Welt fragen sich: Warum? Gerade den Norwegern ist es fremd, Ziel einer großangelegten terroristischen Aktion zu sein. Daher ist die Fassungslosigkeit und der damit einhergehende Kontrollverlust umso größer.