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	<description>Behavioral Finance/Economics in der Praxis</description>
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		<title>Verlust der Souveränität – nicht nur in Griechenland</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 07:51:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herman Brodie</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>„Sobald ein Land sich dafür entscheidet, Geld im Ausland zu leihen, gibt es seine Souveränität auf“, so Francois Baroin in einem TV-Interview. Interessanterweise sprach der französische Finanzminister nicht von Griechenland, sondern von seinem eigenen Land. Er hat recht: Leiht man sich Geld leiht, verliert man die Kontrolle über einen Teil seines verfügbaren Einkommens<span id="more-3266"></span> – man muss davon Zins und Tilgung bezahlen. Und wenn der Schuldendienst irgendwann das gesamte Einkommen beansprucht, hat man die Kontrolle – und damit seine Souveränität – komplett verloren. Vor diesem Hintergrund klingen die Beschwerden vieler Politiker, die Finanzmärkte würden die Politik diktieren, schon etwas befremdlich. Schließlich haben die Regierungen höchstselbst entschieden, sich Kapital an den Finanzmärkten zu beschaffen. Natürlich haben sie das auch künftig noch vor und versuchen daher, die Märkte tunlichst zu besänftigen.</p>
<p>Zwar wird der Verlust der Souveränität zumeist erst wahrgenommen, sobald IWF-Experten oder Vertreter anderer Gläubiger am Flughafen des Schuldenlandes ankommen. Doch  die Erosion der nationalen Selbstbestimmung beginnt doch schon bei der ersten Bond-Auktion, bei der ausländische Gebote akzeptiert werden. Wie man die Souveränität zurückgewinnt ist offensichtlich: Die Regierungen können sich das Geld vornehmlich von den Investoren im eigenen Land beschaffen, so wie es etwa in Japan getan wird. Hat das Ausland aber bereits Staatsanleihen erworben, kann der Schuldner sein Versprechen schlichtweg brechen: Entweder indem er Zahlungsunfähigkeit erklärt und einen Schuldenschnitt forciert oder indem er die Notenpresse anwirft und Geld im großen Stil druckt – Letzteres ist natürlich nur möglich, sofern man Kontrolle über die eigene Währung hat. Zugegeben: Keine dieser Optionen ist sonderlich wünschenswert, aber wenn die Erneuerung der Selbstbestimmung das Ziel ist – so funktioniert‘s!</p>
<p>Seine Souveränität einzubüßen, ist nicht in jedem Fall etwas Schlechtes. Viele Staaten haben sie für ein höheres Ziel bewusst aufgegeben, z.B. zugunsten eines Staatenbunds wie die USA, Handelsvereinbarungen, Klimaabkommen oder andere internationale Abmachungen – hier geben Regierungen im Interesse aller freiwillig einen Teil ihres Handlungsspielraums auf. Auch im Falle neuer öffentlicher Schulden kann es im Interesse der Allgemeinheit sein. Allerdings nur, wenn das Geld derart verwendet wird, dass es auf lange Sicht den Bürgern mehr Nutzen als Kosten bringt. Ist diese Bedingung jedoch nicht erfüllt, hat eine Regierung ihre Souveränität umsonst verspielt – die Bürger haben dann allen Grund, gegen die Entscheidungen ihres Parlaments vehement zu protestieren.</p>
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		<title>Hoffentlich kein Gauck(ler)</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 07:21:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christin Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
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		<description><![CDATA[„Mal gucken, was der Gauck(ler) so alles zu verheimlichen hat.“ „Diesmal muss man genauer hinschauen.“ „Wenn ich sehe, dass die ersten schon beginnen, in der Vita des Kandidaten Gauck nach Schmutz zu wühlen, finde ich das mit Verlaub zum K…“ Ich habe einmal auf Twitter versucht, die Meinungen einzufangen, die sich um den Bundespräsidenten in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Mal gucken, was der Gauck(ler) so alles zu verheimlichen hat.“ „Diesmal muss man genauer hinschauen.“ „Wenn ich sehe, dass die ersten schon beginnen, in der Vita des Kandidaten Gauck nach Schmutz zu wühlen, finde ich das mit Verlaub zum K…“</p>
<p>Ich habe einmal auf Twitter versucht, die Meinungen einzufangen, die sich um den Bundespräsidenten in spe, Joachim Gauck, ranken. <span id="more-3259"></span>Nachdem das Bundespräsidentenamt ziemlich gelitten hat wegen der Causa Wulff, habe ich mich gefragt, wie man jetzt am besten vorgehen sollte: Lässt man Herrn Gauck seine bislang weitgehend weiße Weste und hofft darauf, dass auch während seiner Amtszeit kein auch noch so kleiner Skandal ans Licht kommt oder sollte man gleich ganz tief graben, um alle eventuellen Verfehlungen des Herrn Gauck lieber gleich ans Licht zu bringen, bevor uns ein weiteres Desaster droht?</p>
<p>Die Salami-Taktik Wulffs ist bei der Bevölkerung nicht gut angekommen. Denn jedes weitere Detail, jede zusätzliche Geschichte aus der Vergangenheit des abgetretenen Präsidenten musste wieder neu verdaut werden. Immer wieder mussten wir ein neues mentales Konto eröffnen, auf dem sich ein „Verlust“ jedes Mal wieder unerträglich anfühlte. Insofern erscheint es psychologisch gesehen sinnvoller, gleich mit sämtlichen Irrungen eines künftigen Präsidenten herauszurücken. Denn nimmt man alle Schlechtigkeiten auf einmal wahr, fühlt sich das lange nicht so schlimm an.</p>
<p>Das Problem ist nur: Wenn es die Medien bewerkstelligen sollten, auch den als sehr integren, rechtschaffenen geltenden Gauck zu demontieren, wer soll dann das Amt noch übernehmen? Wenn man einmal zusammenträgt, was Bevölkerung, Politiker und Medien vom künftigen Präsidenten erwarten, dann passt die Stellenausschreibung eigentlich nur noch auf einen Übermenschen.</p>
<p>Dennoch, ich bleibe dabei: Auch wenn mir dieses „Wühlen nach Schmutz“ wie dem obigen Twitterer zuwider ist – lieber jetzt alle Eventualitäten auf den Tisch, als dass das Präsidentenamt auch international weiteren Schaden nimmt. Immerhin hat Kanzlerin Angela Merkel eine Sorge weniger: Mit der Entscheidung für Gauck hat man ihr die Verantwortung und gleichermaßen das Commitment für eine mögliche weitere Fehlentscheidung genommen.</p>
<p><a href="http://www.twitter.com/Darwina_1"><img class="alignnone" src="http://twitter-badges.s3.amazonaws.com/follow_me-c.png" alt="follow me c Hoffentlich kein Gauck(ler)" width="160" height="27" title="Hoffentlich kein Gauck(ler)" /></a></p>
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		<title>Denen man nicht mehr vergibt</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 07:32:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Goldberg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war im Januar 2011, als der Chef der Barclays Bank, Bob Diamond, forderte, mit der Kritik an den  Bankern müsse endlich Schluss sein. Und er fügte hinzu, die Zeit der Reue sei jetzt endgültig vorbei, als er vor einem Ausschuss des britischen Parlaments Rede und Antwort stehen musste. Das war mitten in einer Zeit, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war im Januar 2011, als der Chef der Barclays Bank, Bob Diamond, forderte, mit der Kritik an den  Bankern müsse endlich Schluss sein. Und er fügte hinzu, die Zeit der Reue sei jetzt endgültig vorbei, als er vor einem Ausschuss des britischen Parlaments Rede und Antwort stehen musste. Das war mitten in einer Zeit, als sich die Investmentbanken <span id="more-3254"></span>wegen ihrer Bonuspolitik vor allem in Großbritannien, aber auch hierzulande heftige Kritik aus der Bevölkerung und anschließend auch von der Politik gefallen lassen mussten. Gut ein Jahr später wurde dem früheren Chef der Royal Bank of Scotland, Fred Goodwin, wegen seiner zweifelhaften Rolle während der Finanzkrise die ihm einst mit allen Ehren verliehene Ritterwürde wieder aberkannt. Eine  öffentliche Demütigung, wie sie sonst nur Schwerverbrechern zuteilwird – zuletzt (2008) war der Adelstitel Robert Mugabe, dem Despoten von Zimbabwe, entzogen worden.</p>
<p>Aber Stephen Hester, den derzeitigen Vorstandschef der zwangsweise verstaatlichten Royal Bank of Scotland, hat es ebenfalls erwischt. So musste er vor kurzem, nach tagelangem Druck der Öffentlichkeit und genötigt von Politikern, Gewerkschaftern und Medien, seinen umgerechnet etwa 1,2 Millionen Euro schweren Bonus in Aktien wieder zurückgeben.</p>
<p>Und auch der frühere Präsident der Schweizer Nationalbank, Philipp Hildebrand, versuchte vergeblich,  <em>business as usual</em> zu mimen und einfach weiterzumachen, nachdem das unglückliche Timing der Währungsgeschäfte seiner Frau bekannt geworden war: Doch der öffentliche Zorn wollte einfach nicht schwinden.</p>
<p>Mitte Dezember 2011 geriet dann auch der am vergangenen Freitag zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff zum ersten Mal im Zusammenhang mit einem Hauskredit in die Schlagzeilen. Was daraufhin folgte, ist allseits bekannt. Teils unter kräftiger Mitwirkung der Medien gelangten fast schon mit einer gewissen Regelmäßigkeit kleinere oder größere Geschichten aus seiner früheren Amtszeit als Ministerpräsident von Niedersachsen ans Licht der Öffentlichkeit, in denen dieser immer wieder der Vorteilsnahme und Unaufrichtigkeit verdächtigt und als kleinlicher Schnäppchenjäger beschrieben wurde. Ob er dabei tatsächlich im juristischen Sinne gefehlt hatte, diesen Beweis blieben die <em>whistleblower</em> allerdings oftmals schuldig. Selbst die nunmehr in der Causa Wulff ermittelnde Staatsanwaltschaft legt größten Wert auf die Unschuldsvermutung, die auch für den Ex-Präsidenten gelten müsse.</p>
<p>Was haben all diese Geschichten gemeinsam? Zunächst fällt auf, dass sich die Menschen offenbar weder an millionenschwere Banker-Boni gewöhnen wollen noch an die Gefälligkeiten, die der Bundespräsident willig entgegennahm. Verglichen mit der Berichterstattung zu diesen Themen sind  die Naturkatastrophen in Thailand, Haiti und Japan, die das Schicksal tausender und abertausender Menschen betroffen haben, wesentlich schneller aus den Schlagzeilen verschwunden. Natürlich könnte man gerade im Falle Wulffs einwenden, die Medien hätten mit ihrer scheibchenweise erfolgten Veröffentlichung von in ihrer Schwere ganz unterschiedlichen Vorwürfen ja quasi selbst dafür gesorgt, dass keine Abstumpfung bei der Bevölkerung eintreten konnte. Mit anderen Worten: Der Adaptionsprozess der öffentlichen Meinung wurde durch überraschende und immer wieder verschieden gravierende neue Erkenntnisse zu Wulffs Amtsführung empfindlich gestört<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1"><span style="color: #0000ff;">[1]</span></a>. Doch lässt sich dagegen sofort einwenden, dass die Medien mit Ausdauer eben nur darüber berichten, was vom interessierten Publikum auch nachgefragt wird.</p>
<p>Es muss sich also noch etwas geändert haben. Denn in früheren Zeiten hätte man sich wohl kaum jahrelang über die überzogene Bezahlung von Investmentbankern aufgeregt. So hatte noch der Banker Bob Diamond irrtümlicherweise angenommen, die Banken würden ihre Schuld wie in früheren Zeiten schon bald wieder abstreifen können. Auch Bagatellen wie Wulffs Hauskredit oder seine Probefahrt mit einem neuen Auto-Modell wären früher vermutlich schnell in Vergessenheit geraten. Ich kann mich an Verfehlungen und Skandale hochrangiger deutscher Persönlichkeiten und Ministerpräsidenten erinnern, die weitaus schwerer wogen; Politiker, die trotz alledem wieder zurückkamen und deren Altersversorgung nicht wie jetzt bei Wulff zur Disposition stand.</p>
<p>Offenbar hat die Gesellschaft ihr Verhalten insbesondere gegenüber denjenigen geändert, die dem obersten Ein-Prozent-Segment innerhalb der Einkommensverteilung angehören. Diese Gruppe scheint seit Entstehen der Occupy-Bewegung unter besonderer Beobachtung zu stehen. Unterstützt wird diese Wachsamkeit durch eine neue Form der Transparenz im Internet, Unterstützt wird diese Wachsamkeit durch eine neue Form der Transparenz im Internet, wo binnen kürzester Zeit Menschen im Extremfall geradezu „hingerichtet“ werden können. Und weil dieses „alleroberste Prozent“ nach allgemeinem Verständnis als das Resultat einer ungerechten Verteilung der Einkommen gilt, ist man offenbar nicht mehr bereit, auch noch die kleinsten Verfehlungen dieser Leute hinzunehmen. Sie sind es, denen man nicht mehr vergibt.</p>
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1"><span style="color: #0000ff;">[1]</span></a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Vgl. Im Zusammenhang mit unterbrochenen Gewöhnungsprozessen auch Hsee, Christopher K., (2008): <em>Two Recommendations on the Pursuit of </em></span></span><a href="http://www.blognition.de/tag/happiness"><em><span style="color: #0000ff; font-family: Calibri; font-size: x-small;">Happiness</span></em></a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;">, Journal of Legal Studies vol. 37</span></span></p>
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		<title>Des einen Leid, des anderen Freud</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 07:47:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christin Stock</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In dem kleinen Fußballstadion kocht die Stimmung: Es sind nur noch zehn Minuten zu spielen und es steht 2:2. Beide Teams ringen verbissen um den Sieg, denn er entscheidet über Ausscheiden oder Weiterkommen im Pokal-Wettbewerb. Die Fans unterstützen ihre Mannschaften natürlich nach Kräften: Sie singen, schreien und schwenken Fahnen. Auf dem Feld wird gerade ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In dem kleinen Fußballstadion kocht die Stimmung: Es sind nur noch zehn Minuten zu spielen und es steht 2:2. Beide Teams ringen verbissen um den Sieg, denn er entscheidet über Ausscheiden oder Weiterkommen im Pokal-Wettbewerb. Die Fans unterstützen ihre Mannschaften natürlich nach Kräften:<span id="more-3249"></span> Sie singen, schreien und schwenken Fahnen. Auf dem Feld wird gerade ein Spieler der Heimmannschaft gefoult und krümmt sich vor Schmerz. Es geht ein Raunen durch das kleine Stadion – doch nicht alle Zuschauer empfinden dasselbe: Während die einen gleichfalls das Gesicht wie im Schmerz verziehen, zeichnet sich bei manchem gegnerischen Fan ein Lächeln im Gesicht ab. Die sind ja unfair, mag man im ersten Moment als heimischer Fan entrüstet denken. Doch was wäre denn, wenn ein gegnerischer Fußballspieler auf dem Boden liegen würde? Wäre da nicht auch ein wenig Genugtuung dabei?</p>
<p>Wie nah Mitleid und Schadenfreude beieinander liegen, zeigt die Hirnforschung. Mitleid, so haben die Wissenschaftler herausgefunden, kann man wortwörtlich nehmen: Denn im Kopf des heimischen Fans werden Hirnregionen angesprochen, die auch beim Verletzten auf dem Rasen selbst aktiviert werden (anterior Insula). Dieselbe Person allerdings, die eben noch Mitleid empfunden hat, kann im nächsten Moment schon völlig anders reagieren. Dann etwa, wenn ein Spieler der gegnerischen Mannschaft gefoult wird. In diesem Fall feuern nämlich die Neuronen in einem anderen Teil des Gehirns besonders eifrig – im Nucleus Accumbens. Letzterer ist Teil des Belohnungszentrums, was nichts anderes bedeutet, als dass der Beobachter eine gewisse Befriedigung über das Missgeschick oder gar die Verletzung eines anderen empfindet.</p>
<p>Wichtig für den Unterschied zwischen Mitleid und Schadenfreude ist die Gruppenzugehörigkeit: Bei einem Mitglied des eigenen Fußballteams, des eigenen Freundeskreises, der eigenen Familie wird vor allem die anterior Insula aktiviert – man fühlt mit und ist bereit zu helfen. In der Behavioral Finance würden wir sagen: Der Verlust des Freundes, fühlt sich wie ein eigener Verlust an.</p>
<p>Anders bei Personen außerhalb der eigenen Gruppen: Hier neigt man leicht zur Schadenfreude. Schließlich vergleichen wir uns gern mit anderen und der Verlust bzw. der Schaden eines Konkurrenten mag sich anfühlen wie ein eigener Gewinn. Mittels Gehirnscanner kann man nun sogar vorhersagen, ob man dem Unglücksraben zu Hilfe eilt oder nicht: Je höher die Aktivität des Nucleus Accumbens, desto größer die Genugtuung und die Wahrscheinlichkeit, Unterstützung abzulehnen.<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1">[1]</a></p>
<p>Mitleid und Schadenfreude, beides ist in unserem Gehirn angelegt. Daran sollten wir denken – nicht nur beim nächsten Gang ins Fußballstadion.</p>
<div><a href="http://www.twitter.com/Darwina_1"><img src="http://twitter-badges.s3.amazonaws.com/follow_me-c.png" alt="follow me c Des einen Leid, des anderen Freud" width="160" height="27" title="Des einen Leid, des anderen Freud" /></a><br clear="all" /></p>
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<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1">[1]</a> Hein, G., Silani, G., Preuschhoff, K., Batson, C. &amp; Singer, T. (2010): Neural Responses to Ingroup and Outgroup Members‘ Suffering Predict Individual Differences in Costly Helping, Neuron, Vol. 68, S 149-160</p>
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		<title>Hoffen auf die Korrektur</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 08:21:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Goldberg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass die DAX-Pessimisten einfach nicht aufgeben wollen, hat die jüngste Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt gezeigt, wodurch unser Bull/Bear-Index wieder unter die Marke von 50 Prozent gefallen ist. Dabei klammerten sich die neuen Bären sicherlich nicht an ihre alte Marktmeinung vom Januar. Vielmehr möchten diese Investoren ihre untergewichteten Portfolien, nunmehr frei von größeren sichtbaren Verlusten, wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass die DAX-Pessimisten einfach nicht aufgeben wollen, hat die jüngste Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt gezeigt, wodurch unser Bull/Bear-Index wieder unter die Marke von 50 Prozent gefallen ist.<span id="more-3244"></span> Dabei klammerten sich die neuen Bären sicherlich nicht an ihre alte Marktmeinung vom Januar. Vielmehr möchten diese Investoren ihre untergewichteten Portfolien, nunmehr frei von größeren sichtbaren Verlusten, wieder aufbauen. Auf das Jahr gesehen, benötigen diese Marktteilnehmer jedoch mehr als eine normale Abwärtskorrektur: einen saftigen Kurseinbruch. Welche Konsequenzen sich daraus für den Aktienmarkt ergeben, erfahren Sie im jüngsten Kommentar von Gianni Hirschmüller, den dieser für <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/index.html" target="_blank">WGZ Cognitrend TV</a>  produziert hat.</p>
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		<title>Commitment-Poker</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 07:31:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Goldberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor zwei Jahren haben wir alle noch auf ein griechisches Wunder gehofft. Damals hatte die EU-Kommission gerade neue Griechenlandpläne verkündet: Sie wollte die Griechen fest an die Hand nehmen, um sie durch einen strikten Sparkurs zu führen. Auch indem das Land regelmäßig zum Rapport gebeten werden sollte. Schon damals fragte ich mich, womit man einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor zwei Jahren haben wir alle noch auf ein griechisches Wunder gehofft. Damals hatte die EU-Kommission gerade neue Griechenlandpläne verkündet: Sie wollte die Griechen fest an die Hand nehmen, um sie durch einen strikten Sparkurs zu führen. Auch indem das Land<span id="more-3241"></span> regelmäßig zum Rapport gebeten werden sollte. Schon damals fragte ich mich, womit man einem Beinahe-Bankrotteur noch drohen könnte. Mit Geldstrafen etwa, wie sie seinerzeit im Gespräch waren? Auch kann ich mich noch gut daran erinnern, wie Griechenland der EU-Kommission versprach, seine Neuverschuldung bis zum Jahre 2012 unter drei Prozent des BIP zu drücken – damals hatte dieses Defizit gerade die 13-Prozent-Marke erreicht.</p>
<p>Nun hören wir zum wiederholten Male, dass Griechenland die ihm auferlegten zusätzlichen Einsparungen in Höhe von 3,3 Milliarden Euro akzeptieren wird. Aber die EU-Finanzminister haben sich gerade einmal zu einer Telefonkonferenz durchringen können – immerhin will man jetzt am kommenden Montag über die Hilfsgelder entscheiden. Damals wie heute spielt man auf Zeit, aber auch heute geht es um die Frage, ob Griechenland sein gegebenes Versprechen wird einhalten können. Wo wir doch ohnehin schon wissen, dass auch diese Sparanstrengungen die Verschuldung Griechenlands nicht, wie vor kurzem noch geplant, auf 120 Prozent des Bruttosozialprodukts bis 2020 gedrückt haben werden. Jeder weiß: Es kann und es wird nicht klappen. Denn jede weitere drastische Sparmaßnahme wird die Wirtschaftsleistung weiter schrumpfen lassen. Dennoch wird weiter Commitment-Poker gespielt, weil die Einsätze aller Beteiligten längst viel zu hoch sind, als dass einer passen könnte.</p>
<p>Heute stelle ich mir genauso wie damals die Frage, auch wenn das zu jener Zeit noch als unschicklich galt, warum die griechische Regierung immer noch nicht in der Lage ist, Steuern in angemessener Höhe einzutreiben oder den lange versprochenen Verkauf von Staatsbesitz endlich einzuleiten. Es wäre doch ein Leichtes, mit Hilfe einer oder mehrerer Investmentbanken einen Staatsfonds zu gründen, der dieses Vermögen direkt veräußert oder sich alternativ Geld über die Emission von Anteilen am Fonds beschafft. Allerdings mit der Auflage, dass diese Werte bzw. Anteile ausschließlich an Personen mit griechischer Staatsbürgerschaft verkauft werden dürften. Auch wenn dadurch nicht die anvisierten 50 Milliarden Euro eingenommen werden könnten: Das Land müsste sich nicht ausgeraubt und gedemütigt fühlen.</p>
<p>Und wenn es dann noch gelänge, der Steuerflüchtigen und ihrer Riesengeldsummen endlich habhaft zu werden – vielleicht sollte Griechenland wahr machen, wovon dereinst Steinbrück schwadronierte, und seine Kavallerie in die Schweiz schicken – müsste man sich bedeutend weniger Sorgen machen, ob sich zu den wütenden Menschen auf der Straße demnächst nicht auch noch Angestellte des öffentlichen Dienstes, etwa Feuerwehrleute und Polizisten, hinzugesellen.</p>
<p><span style="font-size: small;">So aber bleibt das Gefühl, dass die Zeit bis zur endgültigen Pleite Griechenlands immer kürzer und der Zorn seiner Bürger und Politiker immer heftiger wird.</span></p>
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		<title>Knirps im Heldengewand</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 07:52:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Nink</dc:creator>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
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		<category><![CDATA[Referenzpunkt(e)]]></category>
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		<description><![CDATA[„Faschingsfeier am Rosenmontag – bringen Sie ihr Kind an diesem Tag in Verkleidung“ – diese Nachricht prangt seit ein paar Tagen an der Eingangstür zur Kindertagesstätte meines Sohnes. Sogleich kommt die rheinische Natur in mir durch: Super Sache – ein Kostüm muss her! Beim nächsten Stadtbummel schaue ich mich um und die anfängliche Euphorie weicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Faschingsfeier am Rosenmontag – bringen Sie ihr Kind an diesem Tag in Verkleidung“ – diese Nachricht prangt seit ein paar Tagen an der Eingangstür zur Kindertagesstätte meines Sohnes. Sogleich kommt die rheinische Natur in mir durch: Super Sache – ein Kostüm muss her!<span id="more-3237"></span></p>
<p>Beim nächsten Stadtbummel schaue ich mich um und die anfängliche Euphorie weicht Ernüchterung. Das Angebot an Kleinkinderkostümen (mein Sohn ist jetzt ein Jahr alt) erweist sich als äußerst überschaubar. Fell-Ungetüme in Tier-Optik, soweit das Auge reicht: Bärchen, Bienchen, Marienkäferchen. Nicht mein Fall. Und schon gar nicht der meines Sohnes. Die Kapuze, die als Tierkopf dient, wird er sich doch sofort vom Kopf reißen. Und dann ist der Gesamteindruck dahin.</p>
<p>Also ein neuer Plan: Ich durchforste das Internet. Schnell wird klar, dass auch hier nichts anderes zu haben ist. Abgesehen von ein paar Superman-Anzügen, die ich ziemlich niedlich finde. Niedlich? Was sage ich – cool sind die! Allerdings mit Preisen um die 30-35 Euro auch ganz schön teuer. Ein bisschen zu teuer für so ein paar Stunden Kita-Karneval. Wie wäre es denn mit Leihen? Ich forsche im Bekanntenkreis nach. Das einzige Kostüm, das passen würde, ist ein Dalmatiner(chen).  Ich lehne dankend ab. Im Grunde ist meine Entscheidung nämlich längst gefallen. Mein Sohn braucht ein Heldengewand.</p>
<p>Auf Ebay werde ich schließlich fündig: Superman-Anzüge aus zweiter Hand. Ich biete bei zwei Angeboten mit und erhalte für eines den Zuschlag: 6,60 Euro für einen Strampler. Nicht schlecht. Doch der Anzug hat keinen Umhang. Superman braucht doch ein rotes Cape!</p>
<p>Ich spüre mein Commitment. Im Grunde weiß ich, dass ich längst stärker in diese Nummer verstrickt bin als es mir lieb sein kann. Unwillkürlich nehme ich ständig weitere Kosten hin, mal ganz abgesehen von der bereits investierten Zeit.</p>
<p>In meiner Mittagspause durchforste ich Stoffgeschäfte. Ein Meter Stoff kostet 10 Euro. Ich brauche bloß einen Bruchteil davon, aber weniger als einen halben Meter will mir der Händler nicht verkaufen. Also berappe ich 5 Euro für viel zu viel rotes Tuch und ich bin nicht mal sicher, ob ich überhaupt imstande sein werde, daraus einen Umhang zu fertigen – geschweige denn, diesen auch anzunähen. Handarbeit gehört nicht gerade zu meinen Stärken.</p>
<p>Unter dem Strich sind es nun bereits 13,25 Euro, die mich das Kostüm gekostet hat: 6,60 Euro plus 1,65 Euro Porto plus 5 Euro für den Stoff. Schwachen Trost finde ich in einer Mitteilung von Ebay. Der zweite Anzug, für den ich geboten, aber nicht den Zuschlag erhalten hatte, hat schlussendlich für 37 Euro den Besitzer gewechselt. Das ist mehr als ein Neu-Produkt gekostet hätte. Da reibe ich mir die Hände: Relativ bewertet stehe ich damit am Ende gar nicht mehr so schlecht da. Andere sind ja noch viel teurer weggekommen als ich. Mit dem mittelteuren, dafür aber ziemlich heldenhaften Kostüm, das nun unseres ist, kann ich sehr gut leben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>comdirect bank finanzblog award 2012</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 14:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Goldberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[comdirect finanzblog]]></category>
		<category><![CDATA[re:publica]]></category>

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		<description><![CDATA[Die comdirect bank schreibt zum zweiten Mal den comdirect finanzblog award aus. Der Preis wird an Betreiber und Autoren von herausragenden Weblogs verliehen, die Privatanleger unabhängig, verständlich und kompetent über Finanz- und Anlagethemen informieren. Bewerbungen und Vorschläge für die Auszeichnung können ab sofort bis einschließlich 29. Februar 2012 über die Internetseite http://www.finanzblog-award.de eingereicht werden. „Wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: small;">Die comdirect bank schreibt zum zweiten Mal den comdirect finanzblog award aus. Der Preis wird an Betreiber und Autoren von herausragenden Weblogs verliehen, die Privatanleger unabhängig, verständlich und kompetent über Finanz- und Anlagethemen informieren. Bewerbungen und Vorschläge für die Auszeichnung können ab sofort <span id="more-3224"></span>bis einschließlich 29. Februar 2012 über die Internetseite <a href="http://www.finanzblog-award.de " target="_blank">http://www.finanzblog-award.de </a>eingereicht werden. </span></p>
<p><span style="font-size: small;">„Wir leben in einem sehr dynamischen Marktumfeld. Gefragt sind da verlässliche Informationen, die schnell zur Verfügung stehen“, sagt Johannes Friedemann, Leiter Unternehmenskommunikation der comdirect bank. „Viele Weblogs erläutern das Finanzgeschehen anschaulich und geben Anlegern Orientierung. Doch sie gehören noch immer zu den Geheimtipps im Internet. Mit der zweiten Auflage des comdirect  finanzblog awards möchten wir dieser jungen Mediengattung zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen – auch außerhalb der Blogosphäre.“</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Der comdirect finanzblog award ist mit insgesamt 7.000 Euro dotiert. Bewertet werden die Blogs von einer unabhängigen Jury. Kriterien sind unter anderem die Qualität der Texte, Sprache und Inhalt, Interaktivität sowie die Gestaltung der Blogs. Den Jury-Vorsitz inne hat Prof. Dr. Christoph Neuberger vom Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die weiteren Jury-Mitglieder sind in diesem Jahr Joachim Goldberg (Finanzmarktanalyst), Thomas Knüwer (Unternehmensberater und Blogger) und Jörg Sadrozinski (Leiter der Deutschen Journalistenschule München). Die Preisträger werden am 2. Mai in Berlin auf der re:publica – einer der größten Konferenzen über Weblogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft in Deutschland – bekannt gegeben und ausgezeichnet. </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Der comdirect finanzblog award wurde 2011 erstmals vergeben. Die Preisträger des vergangenen Jahres:</span></p>
<p><span style="font-size: small;"> </span></p>
<ul>
<li><span style="font-size: small;">·</span>       <span style="font-size: small;">1. Preis: </span><a href="http://dieboersenblogger.de/"><span style="color: #0000ff; font-size: small;">Die Börsenblogger</span></a></li>
<li><span style="font-size: small;">·</span>       <span style="font-size: small;">2. Preis: </span><a href="http://blogs.hr-online.de/boersenblog"><span style="color: #0000ff; font-size: small;">Blog der ARD-Börsenredaktion</span></a></li>
<li><span style="font-size: small;">·</span>       <span style="font-size: small;">3. Preis: </span><a href="http://www.investorsinside.de/"><span style="color: #0000ff; font-size: small;">Investors Inside</span></a></li>
<li><span style="font-size: small;">·</span>       <span style="font-size: small;">Sonderpreis der Jury: </span><a href="http://www.oekonomenstimme.org/"><span style="color: #0000ff; font-size: small;">Ökonomenstimme</span></a></li>
</ul>
<p><span style="font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Weitere Informationen: </span></p>
<p><a href="http://www.finanzblog-award.de/"><span style="color: #0000ff; font-size: small;">http://www.finanzblog-award.de</span></a></p>
<p><a href="http://www.re-publica.de/12"><span style="color: #0000ff; font-size: small;">http://www.re-publica.de/12</span></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Kindermund tut Wahrheit kund</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 07:41:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herman Brodie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>

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		<description><![CDATA[„Papa, wann kriege ich endlich Facebook?“, fragte mich meine kleine Tochter am Wochenende. Kein Wunder, sie muss regelmäßig mitansehen, wie ihre ältere Schwester einen Gutteil ihrer Freizeit auf der Facebook-Website verbringt und es offensichtlich genießt, sich ständig mit ihren Freunden austauschen zu können. Ich sagte ihr, dass sie noch zu jung sei, um sich dafür [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Papa, wann kriege ich endlich Facebook?“, fragte mich meine kleine Tochter am Wochenende. Kein Wunder, sie muss regelmäßig mitansehen, wie ihre ältere Schwester einen Gutteil ihrer Freizeit auf der Facebook-Website verbringt und es offensichtlich genießt, sich ständig mit ihren Freunden austauschen zu können.<span id="more-3219"></span> Ich sagte ihr, dass sie noch zu jung sei, um sich dafür anzumelden. Aber gemessen an dem Alter, in dem mir meine älteste Tochter solange auf die Nerven ging, bis ich ihr den Beitritt zu Facebook erlaubte, stellte ich der Jüngeren zumindest in Aussicht: „In drei Jahren darfst du auch.“</p>
<p>„Drei Jahre?“ beschwerte sie sich. „In drei Jahren gibt es bestimmt gar kein Facebook mehr!“</p>
<p>Im ersten Moment war ich überrascht, dann dachte ich etwas länger über die Worte meiner Tochter nach und begann zu lächeln: Vermutlich hatte sie mir gerade ihren ersten Investment-Tipp gegeben.</p>
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		<title>Die seltsamen mentalen Konten des Mario Draghi</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 07:27:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Goldberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[griechische Anleihen]]></category>
		<category><![CDATA[Mentale Konten]]></category>

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		<description><![CDATA[Obgleich der Internationale Währungsfonds am vergangenen Donnerstag festgestellt hatte, dass es unmöglich sei, ohne die Hilfe der EZB die griechischen Schulden ausreichend zu verringern, blieb deren Präsident auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des Zentralbankrats hart. So stellte Mario Draghi unmissverständlich klar, dass die EZB  keine Verluste auf ihre griechischen Bestände akzeptieren werde. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Obgleich der Internationale Währungsfonds am vergangenen Donnerstag festgestellt hatte, dass es unmöglich sei, ohne die Hilfe der EZB die griechischen Schulden ausreichend zu verringern, blieb deren Präsident auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des Zentralbankrats hart. So stellte Mario Draghi unmissverständlich klar, <span id="more-3214"></span>dass die EZB  keine Verluste auf ihre griechischen Bestände akzeptieren werde. Und richtigerweise bezeichnete er diese Art, europäische Staaten monetär zu unterstützen, als rechtlich unvereinbar mit den EU-Verträgen.</p>
<p>Als Draghi allerdings signalisierte, dass die EZB gewillt wäre, auf die Gewinne ihres etwa 40 Milliarden Euro schweren griechischen Portfolios zu verzichten, musste ich mir doch die Augen reiben. Nicht etwa, weil sich jene bis zur Fälligkeit der Anleihen auf schätzungsweise 55 Milliarden Euro summieren würden. Ich fühlte mich außerdem an die Buchhaltung meiner Schwiegermutter erinnert, die Erspartes und die daraus resultierenden Zinsen stets unterschiedlich zu behandeln pflegte. Während sie niemals in ihrem Leben ihren Kapitalstock angerührt hätte, betrachtete sie die Zinsen indes als so etwas wie ein Taschengeld, über das sie sich selbst gestattete, frei zu verfügen. Anders ausgedrückt: Sie verbuchte das Kapital und dessen Erträge auf verschiedenen mentalen Konten. Obwohl ihr klar gewesen sein dürfte, dass Zinsen auch einen Ausgleich für den Wertverlust des Kapitals durch Inflation darstellen und streng genommen ebenfalls nicht angerührt werden dürfen.</p>
<p><span style="font-size: small;">Nichts anderes hat letztlich Mario Draghi gemacht. Auch er hat sein griechisches Anleiheportfolio und dessen Gewinne auf zwei verschiedenen mentalen Konten verbucht. Und diese Art der Buchführung ermöglichte es ihm, psychologisch gesehen, das Kapital und dessen Früchte rechtlich unterschiedlich wahrzunehmen und zu beurteilen. Tatsächlich gehören aber auch in diesem Falle beide zusammen: Die Gewinne sind als Ausgleich für die mögliche Entwertung des Kapitalstocks zu sehen. Auf sie zu verzichten hieße also doch, einen Wertverlust des Portfolios hinzunehmen. Selbst wenn diese Profite gesetzeskonform nach einem Schlüssel an die Euroland-Zentralbanken verteilt würden – mit dem Ziel, Griechenland möglicherweise auf diesem Umweg aus der Patsche zu helfen.  </span></p>
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