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		<title>Facebook: die 100-Milliarden-Dollar-Frage</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 07:10:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christin Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitsheuristik]]></category>

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		<description><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/facebook-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="facebook" title="facebook" style="float:left; margin-right:10px;" />Die einen wollen sie unbedingt, die anderen würden sie nicht einmal mit der Kneifzange anfassen: Die Facebook-Aktie polarisiert. Läuft alles nach Plan, wird Facebook am Freitag die Börsen stürmen, was dem Unternehmen rund 12 Mrd. USD einspielen dürfte (die jüngsten Medienberichte sprechen gar von möglichen 16 Mrd. USD). Insgesamt ist das Internetunternehmen dann ca. 100<a href="http://www.blognition.de/blog/markte/facebook-die-100-milliarden-dollar-frage/" class="read-more"><span>Continue Reading</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/facebook-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="facebook" title="facebook" style="float:left; margin-right:10px;" /><p>Die einen wollen sie unbedingt, die anderen würden sie nicht einmal mit der Kneifzange anfassen: Die Facebook-Aktie polarisiert. Läuft alles nach Plan, wird Facebook am Freitag die Börsen stürmen, was dem Unternehmen rund 12 Mrd. USD einspielen dürfte (die jüngsten Medienberichte sprechen gar von möglichen 16 Mrd. USD). Insgesamt ist das Internetunternehmen dann ca. 100 Mrd. USD wert, ähnlich viel wie etwa PepsiCo, Total oder Unilever. Aber das ist genau die Frage: Ist Facebook das auch tatsächlich wert?</p>
<p>Wer sich für die Aktie interessiert und die mediale Berichterstattung verfolgt, findet sich in einem Spannungsfeld zwischen Angst und Hoffnung wieder: Für die einen ist Facebook hip und ein must-have – sie wollen unbedingt teilhaben am großen Erfolg. Facebook und sein Kapuzenpulli tragender Gründer Mark Zuckerberg stehen für innovative, unkonventionelle Ideen und Erfolg. Immerhin hat das soziale Netzwerk mittlerweile rund 900 Millionen Nutzer und die Umsatzmilliarde längst geknackt. Und darin steckt noch beträchtliches Potenzial für künftige Geschäfte, erhoffen sich viele Investoren. Bei solch einer Erfolgsgeschichte kann man sich kaum vorstellen, dass sie ein plötzliches Ende nehmen könnte. Zumal Menschen ohnehin dazu neigen, sich die Zukunft als Abklatsch der Gegenwart vorzustellen. Die Facebook-Geschichte ist besonders auffällig, eingängig, leicht verständlich und das Preisgeschacher zwischen Banken und Investoren im Vorfeld des Börsengangs macht das Ganze noch umso interessanter. Alles Attribute, die dazu führen, dass die Story in den Köpfen der Facebook-User und Möchtegern-Investoren leicht verfügbar ist. Und Studien belegen, dass Investoren besonders dann gerne zugreifen und Aktien kaufen, wenn sie gerade in den Medien diskutiert werden oder anderweitig ihre Aufmerksamkeit besonders erregen.<a title="" href="#_ftn1">[1]</a></p>
<p>Andernorts jedoch fühlt sich der ein oder andere Anleger an seine Erfahrungen aus den Zeiten der Internetblase erinnert und wird stutzig, wenn er vom Erfolg Facebooks liest. Bricht man die Umsätze des Unternehmens einmal auf die Zahl seiner Nutzer herunter, so verdiente das Netzwerk 2011 gerade einmal 4,34 USD an jedem User. Dazu kommt: In den USA, wo man mit Abstand die größten Erlöse Pro Kunde erzielen konnte, sind die Nutzerzahlen mittlerweile rückläufig. Und bisher ist es Facebook noch nicht gelungen, seine Werbeanzeigen auch bei der Facebook-Nutzung via Smartphone zu platzieren. Bisher ist der Zug „mobile Werbung“ an Facebook schlichtweg vorbeigefahren. „Heiße Luft und wenig Neues dahinter“ mag mancher fürchten und schon einen Facebook-Aktien-Crash vor Augen haben – genauso wie es auch vielen Unternehmen um die Jahrtausendwende ergangen ist.</p>
<p>Ob Facebook wirklich sein Geld wert ist, muss es in den nächsten Jahren mit seiner Innovationskraft unter Beweis stellen. Aber auch wenn man sich den Schwarzmalern nicht anschließen muss, können wir aus der Vergangenheit doch etwas Wichtiges für die Zukunft lernen: Auch Facebook wird sicher nicht das Ende der Internetentwicklung sein.</p>
<div><a href="http://www.twitter.com/Darwina_1"><img class="alignnone" src="http://twitter-badges.s3.amazonaws.com/follow_me-c.png" alt="follow me c Facebook: die 100 Milliarden Dollar Frage" width="160" height="27" title="Facebook: die 100 Milliarden Dollar Frage" /></a><br clear="all" /><br />
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Barber, B.M. &amp; Odean, T. (2008): All That Glitters: The Effect of Attention and News on the Buying Behavior of Individual and Institutional Investors, Review of Financial Studies, Vol. 21 (2), S. 785-818</p>
</div>
</div>
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		<title>G8-Philosophengipfel</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 06:15:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Herman Brodie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Schuldenkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Inflation]]></category>
		<category><![CDATA[Transferzahlungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist sicher kaum übertrieben zu behaupten: Das Management der griechischen Krise war bislang eine Aneinanderreihung von Katastrophen. Jeder Ökonom wusste eigentlich von Anfang an – und auch jedes Kind könnte es erahnen, wenn es nur einen Moment darüber nachdenkt – dass Überschuldung nicht mit noch mehr Krediten gelöst werden kann. Dennoch beschritten die EU-Finanzminister<a href="http://www.blognition.de/blog/politik/g8-philosophengipfel/" class="read-more"><span>Continue Reading</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist sicher kaum übertrieben zu behaupten: Das Management der griechischen Krise war bislang eine Aneinanderreihung von Katastrophen. Jeder Ökonom wusste eigentlich von Anfang an – und auch jedes Kind könnte es erahnen, wenn es nur einen Moment darüber nachdenkt<span id="more-3976"></span> – dass Überschuldung nicht mit noch mehr Krediten gelöst werden kann. Dennoch beschritten die EU-Finanzminister weiter unbeirrt diesen Weg. Und weil direkte monetäre Transfers von den Geber- zu den Schuldnerstaaten verboten sind, hat man Zeit und Energie verschwendet, um Wege zu finden, diese Regeln zu umgehen: Um Transfermöglichkeiten zu finden, die auf den ersten und zweiten Blick gar keine sind.</p>
<p>Da werden Kreditzinsen für die Schuldenländer gekürzt; die EZB kauft Staatsanleihen, ein Schuldenschnitt wird vollzogen – all das sind letztlich Transferzahlungen, die gar nicht als solche etikettiert waren. Und nun spricht man sogar darüber, in den Kernstaaten der Eurozone höhere Inflation zuzulassen – auch wenn Bundesbank-Chef Jens Weidmann davon natürlich nichts wissen will – um die relative Wettbewerbsfähigkeit der Peripheriestaaten anzuschieben. Die Krisenländer könnten demnach mittels Lohn- und Preissenkungen ihre Wirtschaft wieder anschieben. Aber einmal angenommen, es gelänge den Geldpolitikern, die gewünschte Inflation zu erzeugen(allerdings muss man sich dann fragen, warum sie das nicht schon vorher hinbekommen haben), würden damit lediglich die richtigen Weichen gestellt, um künftige Transferzahlungen zu begünstigen. Dass sie dann auch tatsächlich stattfinden, steht auf einem anderen Blatt Papier. Während andere Produktionsstandorte rund um den Globus die Bedingungen nutzen, um nicht nur relativ, sondern auch absolut wettbewerbsfähiger zu werden, und immer mehr Investorenkapital anziehen, könnten die strauchelnden Peripherieländer am Ende leer ausgehen.</p>
<p>Problematisch: Sämtliche der bisher geprobten Transfermethoden sind allesamt begrenzt und ziemlich langwierig. Den Bürgern an Europas Peripherie fehlt aber kurzfristig das Geld in der Tasche. Ihr Leid ist jetzt am größten, nicht erst später. Humankapital, sowohl aktuelles als auch künftiges, liegt brach und der Nationalismus ist vielerorts auf dem Vormarsch. Selbst wenn man direkte Transferzahlungen erlauben würde, ist es fraglich, ob diese Tendenzen überhaupt noch umgekehrt werden können. Schlimm genug, dass vieles davon vorhersehbar war: Vor zwei Jahren hätten Historiker, Soziologen, Anthropologen und Philosophen derlei Entwicklungen vermutlich vorhersagen können. Schade, dass sie zu den unzähligen Notfalltreffen in Brüssel und anderswo nicht eingeladen wurden. Vielleicht sollte man ein EU-Historiker-Treffen einberufen oder einen G8-Philosopengipfel, damit diese Experten endlich einmal gehört werden.</p>
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		<title>Achtung, Erdrutsch!</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 05:56:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katrin Nink</dc:creator>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gewöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[Mentale Konten]]></category>
		<category><![CDATA[Segregation]]></category>

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		<description><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Justitia-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Justitia" title="Justitia" style="float:left; margin-right:10px;" />Meine Freundin wechselt den Job. Sie ist Juristin und folgt dem Ruf eines Partners – nennen wir ihn Phan Tom – der die Kanzlei X vor einigen Wochen verließ, um künftig für die Kanzlei Y zu arbeiten. Meine Freundin wird künftig auch für Y arbeiten, nicht mehr für X. So weit, so gut. Wären da<a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-livin/achtung-erdrutsch/" class="read-more"><span>Continue Reading</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Justitia-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Justitia" title="Justitia" style="float:left; margin-right:10px;" /><p>Meine Freundin wechselt den Job. Sie ist Juristin und folgt dem Ruf eines Partners – nennen wir ihn Phan Tom – der die Kanzlei X vor einigen Wochen verließ, um künftig für die Kanzlei Y zu arbeiten. <span id="more-3965"></span>Meine Freundin wird künftig auch für Y arbeiten, nicht mehr für X. So weit, so gut. Wären da nicht die zahlreichen Kollegen, die sich quasi zeitgleich mit meiner Freundin ebenfalls zu einem Wechsel im Gefolge Phan Toms entschlossen.  </p>
<p>Wohl wissend um die heftige Reaktion, die das Verkünden dieser erdrutschartigen Abwanderung bei ihrem bisherigen Arbeitgeber X auslösen würde, sorgte sich meine Freundin, wie man das den Leuten bei X, die noch nichts von ihrem „Glück“ ahnten, wohl am schonendsten beibringen könnte. Denn natürlich war es ihr Bestreben, im Guten zu gehen und nicht mit großem Donnerwetter hinfort gejagt zu werden.</p>
<p>„Am besten, ihr sagt es alle gleichzeitig“, empfahl ich. Für deine Chefs wäre das dann zwar ein Riesenschock. Doch aus psychologischer Sicht ist das allemal besser, als wenn jeder von euch in kleinem Zeitabstand versetzt kündigt.“ Eine Serie mittelschwerer Verluste, d.h. der Abgang einzelner Associates, wäre für Kanzlei X weitaus schwieriger verkraftbar als die geschlossene Kündigung einer ganzen Gruppe von Anwälten. Letzteres würde der Chef mittels <em>mentaler Kontoführung</em> als <em>integrierten Verlust</em> wahrnehmen, wohingegen er zeitversetzt ausgesprochene Kündigungen <em>separat</em> auf neuen mentalen Konten verbuchen würde. (Spitzfindige Beobachter könnten allenfalls einwenden, dass auch hier, etwa nach der zehnten Kündigung, ein gewisser <em>Gewöhnungseffekt</em> einträte).  </p>
<p>Der Vorsatz, den Chef „schonen“ zu wollen, indem man ihn zeitversetzt informiert, ist jedenfalls sicher gut gemeint, doch genau die falsche Taktik. Für die Psyche ist es allemal besser, schlechte Nachrichten auf einen Schlag zu präsentieren, wohingegen gute Nachrichten möglichst häppchenweise verabreicht werden sollten.</p>
<p>Doch Juristen scheinen für Psychologie nur bedingt empfänglich: Die Wechselwilligen kündigten tatsächlich alle im Abstand weniger Tage. Die armen X-ler müssen sich gefühlt haben, als ob ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen worden wäre.</p>
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		<title>Späte Kontrolle</title>
		<link>http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/spate-kontrolle/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 06:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Goldberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinn/Verlust-Asymmetrie]]></category>
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		<description><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Geldkoffer1-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Geldkoffer" title="Geldkoffer" style="float:left; margin-right:10px;" />Las unlängst in der FT einen Kommentar von Martin Taylor, ehemaliger CEO von Barclays, in dem er sich wundert, warum es so lange gedauert habe, bis sich die Aktionäre gegen die hohe Bezahlung der Banker aufgelehnt hätten. Natürlich kann man den Zeitgeist dafür verantwortlich machen, der erst jetzt die bis dahin weit verbreitete Haltung in<a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/spate-kontrolle/" class="read-more"><span>Continue Reading</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Geldkoffer1-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Geldkoffer" title="Geldkoffer" style="float:left; margin-right:10px;" /><p>Las unlängst in der FT einen Kommentar von Martin Taylor, ehemaliger CEO von Barclays, in dem er sich wundert, warum es so lange gedauert habe, bis sich die Aktionäre gegen die hohe Bezahlung der Banker aufgelehnt hätten. Natürlich kann man den Zeitgeist <span id="more-3956"></span>dafür verantwortlich machen, der erst jetzt die bis dahin weit verbreitete Haltung in der Industrie in Frage stellt, wonach es sich bei der Entlohnung der Bankmanager um die gerechte Verteilung ehrlich und im fairen Wettbewerb erarbeiteter Gewinne handele. Oder man könnte argumentieren, es brauche ganz einfach Zeit, bis die kritische Masse aus Wutbürgern und aufmerksamen Aktionären erreicht sei, die dann darauf dringen, die teils exzessive und fehlgeleitete Entwicklung bei der Bezahlung von (Bank)-Führungskräften zu korrigieren.</p>
<p>Martin Taylor hat für die stark verzögerte Revolte der Aktionäre indes drei andere, für ihn entscheidende Gründe ausfindig gemacht. Einmal hätten sich die Halteperioden der Aktieninhaber mittlerweile so stark verkürzt, dass sich diese kaum mehr mit den Unternehmen identifizierten. Das ist nachvollziehbar. Das zweite Argument, dass ein Fondsmanager, der in einer Bankaktie untergewichtet sei, möglicherweise ein geringeres Interesse habe, gegen überhöhte Managergehälter einzuschreiten, als ein in derselben Aktiengesellschaft übergewichteter Marktteilnehmer, mag ich indes nicht so recht teilen. Denn selbst ein (möglicherweise nur temporär) untergewichteter Fondsmanager ist trotzdem noch Anteilseigner an der Aktiengesellschaft. Einleuchtender mag das dritte Motiv sein. Danach würden zumindest institutionelle Fondsmanager nichts an der hohen Gehaltsstruktur der Banker finden, weil sie selbst nach ähnlichen Regeln bezahlt würden. Nach dem Motto, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.</p>
<p>Die wichtigste Antwort für die späte Reaktion der Aktionäre auf die Banker-Boni dürfte dagegen aus der Psychologie kommen. Danach haben die Menschen bei Verlusten generell ein stärkeres Kontrollbedürfnis als bei Gewinnen. Ein Phänomen, das man auch in sehr vielen Unternehmen selbst finden kann. Sprudeln die Profite – wie auch einst im Investmentbanking – stellt kaum jemand kritische Fragen darüber, wie diese zustande gekommen sein mögen. Ja, es würde fast schon am Blasphemie grenzen, wenn jemand angesichts einer hervorragenden Bilanz die Frage aufwerfen würde, ob unter den gegebenen Umständen nicht noch mehr hätte verdient werden müssen – zusätzliche Gewinne, die möglicherweise in schlechten Zeiten fehlen.</p>
<p>Im Gegenzug wird Kritik immer dann laut, wenn Verluste entstanden oder Gewinnziele deutlich verfehlt (gleichbedeutend mit relativen Verlusten) worden sind. Und auch nach den Schuldigen beginnt man erst zu suchen, wenn mehrere oder im Extrem gar die Gesellschaft als Ganzes unter den Verlusten leidet. Dann ist Kontrolle etwas ganz Normales, und das Geschrei, dass womöglich Gewinne verteilt wurden, die gar nicht erwirtschaftet worden sind, darf dann besonders laut sein.</p>
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		<title>Facettenreicher Abschied von Sparprogrammen</title>
		<link>http://www.blognition.de/blog/markte/facettenreicher-abschied-von-sparprogrammen/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 11:05:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Goldberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[DAX]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
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		<category><![CDATA[Sentiment]]></category>

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		<description><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Bull-Bear09052012-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Bull Bear09052012" title="Bull Bear09052012" style="float:left; margin-right:10px;" />Zwar schickt man sich in Europa nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich und den Regionalwahlen in Großbritannien an, von den in erster Linie deutschen Spardiktaten Abschied zu nehmen. Doch von einer drastischen Kehrtwende, wie sie den Radikalen Linken in Griechenland vorschwebt, wollen die europäischen Partner gar nichts wissen. Interessanterweise waren in einer Umfrage vor den Parlamentswahlen<a href="http://www.blognition.de/blog/markte/facettenreicher-abschied-von-sparprogrammen/" class="read-more"><span>Continue Reading</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Bull-Bear09052012-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Bull Bear09052012" title="Bull Bear09052012" style="float:left; margin-right:10px;" /><p>Zwar schickt man sich in Europa nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich und den Regionalwahlen in Großbritannien an, von den in erster Linie deutschen Spardiktaten Abschied zu nehmen. Doch von einer drastischen Kehrtwende, wie sie den Radikalen Linken in Griechenland vorschwebt,<span id="more-3941"></span> wollen die europäischen Partner gar nichts wissen.</p>
<p>Interessanterweise waren in einer Umfrage vor den Parlamentswahlen zwei Drittel der Griechen immerhin noch der Ansicht, ihr Land solle in der Eurozone bleiben. Das Wahlergebnis zeigt indes, dass man mit den Bedingungen dafür offenbar nicht einverstanden ist. Kein Wunder, wenn sich viele Investoren von den wahrscheinlichen Neuwahlen in Griechenland auch keine neuen Erkenntnisse versprechen – das Land wird im besten Fall (wenn überhaupt) von einer Mehrparteienkoalition regiert werden müssen. Dabei wird das griechische Bündnis der Radikalen Linken beim nächsten Mal womöglich ein Viertel der Wählerstimmen auf sich vereinigen können. Dass jene den Schuldendienst einfach einstellen, ist natürlich inakzeptabel. Aber es scheint sich immer deutlicher herauszukristallisieren, dass eine Währungsunion ohne die Möglichkeit von Transferzahlungen auf Dauer nicht aufrechtzuerhalten ist.</p>
<p>Immerhin liefert die Deutsche Bundesbank einen Denkanstoß, indem sie zumindest vorübergehend höhere Inflation und steigende Löhne in Deutschland akzeptieren könnte, um die hiesige Binnennachfrage und die Importe anzuschieben. Unterdessen könnten angeschlagene Staaten an der Peripherie Europas durch Preis- und Lohnsenkungen wettbewerbsfähiger gemacht werden. Abgesehen davon, dass man Inflation nicht durch Herbeireden schaffen kann, wie das Beispiel Japan zeigt, dürfte dieser Weg des Transfers Jahre in Anspruch nehmen, bis seine Wirksamkeit sichtbar wird. Ein Zeitraum der für Griechenland schlicht und einfach zu lang sein dürfte. Griechenland braucht indes zumindest eine schnelle und auf kurze Sicht wirksame Perspektive. Allein schon um den Zustand der Unregierbarkeit rasch zu beenden. Dazu gehört aus deutscher Sicht, das unsinnige Spardiktat so schnell wie möglich zu modifizieren. Auch unter Inkaufnahme des psychologischen Nachteils eines vermeintlichen Kontrollverlusts. Schließlich war es ohnehin nur eine Illusion, Griechenland „erziehen“ zu können.</p>
<p>Was dies für die Stimmung an den Finanzmärkten bedeutet, erfahren Sie in meinen heutigen Interviews bei <a href="http://www.teleboerse.de/mediathek/mediathek_videos/teleboerse/Teleboerse-von-11-45-Uhr-article2996021.html" target="_blank">n-tv (mit Sabrina Marggraf, ab 11:48 Uhr)</a> und beim <a href="http://www.daf.fm/video/goldberg-bundesbank-nimmt-mehr-inflation-in-kauf-50153938.html" target="_blank">Deutschen Anlegerfernsehen (DAF)</a>, das Andreas Scholz mit mir führte.</p>
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		<title>Japans graue Zellen</title>
		<link>http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/japans-graue-zellen/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 06:46:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gianni Hirschmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Altern]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungsfindung]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungsgeschwindigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidungsqualität]]></category>

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		<description><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Japan-Goldenes-Haus2-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Japan Goldenes Haus" title="Japan Goldenes Haus" style="float:left; margin-right:10px;" />Jahrzehntelang war Japan Synonym für technischen Fortschritt. Die seit den frühen 1990er Jahren währende deflationäre Phase, aus der das Land immer noch nicht herausgefunden hat, schadet diesem Image jedoch zusehends. Aber das ist bei weitem nicht das einzige große Problem des Inselstaates. Nach jüngsten Daten des Ministeriums für innere Angelegenheiten ist die Bevölkerung im vergangenen<a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/japans-graue-zellen/" class="read-more"><span>Continue Reading</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Japan-Goldenes-Haus2-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Japan Goldenes Haus" title="Japan Goldenes Haus" style="float:left; margin-right:10px;" /><p>Jahrzehntelang war Japan Synonym für technischen Fortschritt. Die seit den frühen 1990er Jahren währende deflationäre Phase, aus der das Land immer noch nicht herausgefunden hat, schadet diesem Image jedoch zusehends. Aber das ist bei weitem nicht das einzige große Problem des Inselstaates.<span id="more-3932"></span> Nach jüngsten Daten des Ministeriums für innere Angelegenheiten ist die Bevölkerung im vergangenen Jahr um mehr als eine Viertelmillion Menschen geschrumpft – der dritte Rückgang seit 2005. Die Zahl der Geburten fiel mit 1,07 Millionen auf ein Rekordtief. Dies war leider nicht das einzige traurige Highlight. Denn die Zahl der Kinder im Alter bis 14 Jahre markierte in Relation zur Gesamtbevölkerung mit 13,1 Prozent ebenfalls ein Allzeittief. Hingegen war bei Bürgern, die das 65. Lebensjahr überschritten haben, mit 23,3 Prozent ein Allzeithoch verzeichnet worden. Selbst für erfahrene Demografen sind solche Zahlen außergewöhnlich.</p>
<p>Die Bevölkerung von Industriestaaten schrumpft seit Jahren – diese Tendenz ist an sich nichts Neues. Aber die zunehmende Intensität, mit der dieser Prozess voranschreitet, gibt Wissenschaftlern zu denken. Deshalb werden die Auswirkungen für die japanische Wirtschaft besonders unter die Lupe genommen. Denn in 15 bis 20 Jahren dürfte es dort an erfahrenen Wissensträgern mangeln. Aber bereits jetzt gibt es kritische Stimmen, die behaupten, dass Japan durch die Vielzahl betagter Entscheidungsträger nicht mehr mit der Qualität und dem Tempo mithalten kann, das konkurrierende Volkswirtschaften mit einem deutlich jüngeren Durchschnittsalter vorgeben. Ist das am Ende der Grund, warum Japans Wirtschaft nicht richtig in die Gänge kommen will? Sind ältere Entscheidungsträger etwa wachstumshindernd? Sind Entscheidungen, die aus von ergrauten Schläfen umgebenen grauen Zellen stammen am Ende schlechter?</p>
<p>Studien(1) , die sich mit der Entscheidungsfähigkeit älterer Männer (Durchschnittsalter 71 Jahre) beschäftigt und diese direkt mit den Resultaten einer jüngerer Gruppe (Durchschnittsalter 24 Jahre) verglichen haben, kommen zu dem Schluss: Sie treffen ihre Entscheidungen auf sehr ähnliche Weise. Die Testresultate der beiden Gruppen waren nicht voneinander zu unterscheiden. Die deutlich betagteren Teilnehmer schnitten im direkten Vergleich sogar besser ab, wenn die jüngeren bereits bei den kognitiven Vorabtests schlechtere Resultate erzielten. Voraussetzung für ein gutes Abschneiden der Älteren war allerdings, dass ihnen alle relevanten Informationen, die für die Entscheidungen nötig waren, vor ihnen auf dem Tisch lagen und nicht erst aus dem Gedächtnis abgerufen werden mussten. Von diesem Umstand profitierte allerdings auch die Gruppe der jüngeren Testpersonen. Solange also in den Besprechungszimmern von Yamaha, Sony &amp; Co die Besprechungstische nur groß genug und Informationen reichlich vorhanden sind und der Termindruck nicht allzu hoch ist, muss sich Japan wohl keine allzu großen Sorgen um einen wettbewerbsfähigen Altersdurchschnitt machen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>__________________________</p>
<p>(1) Henninger, Debra E.; Madden, David J.; Huettel, Scott A, <em>Processing speed and memory mediate age-related differences in decision making</em>, Psychology and Aging, Vol 25(2), Jun 2010, 262-270.</p>
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		<title>Neue Besen kehren gut</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 06:08:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritu Gurha Lisso</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment]]></category>
		<category><![CDATA[selektives Entscheiden]]></category>
		<category><![CDATA[Sunk Cost Effect]]></category>

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		<description><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Elysee-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Elysee" title="Elysee" style="float:left; margin-right:10px;" />Bereits lange bevor das Ergebnis der französischen Präsidentschaftswahlen bekannt war, wurde viel darüber spekuliert, wie sich eine Wahl des Sozialisten François Hollande auf das französisch-deutsche Verhältnis auswirken würde. Insbesondere in Bezug auf die Spar-und Wachstumsdebatten. Denn die Kanzlerin Angela Merkel und der bis dahin amtierende Präsident Nicolas Sarkozy hatten zur Lösung der Finanzkrise sowohl erheblichen<a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/neue-besen-kehren-gut/" class="read-more"><span>Continue Reading</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Elysee-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Elysee" title="Elysee" style="float:left; margin-right:10px;" /><p>Bereits lange bevor das Ergebnis der französischen Präsidentschaftswahlen bekannt war, wurde viel darüber spekuliert, wie sich eine Wahl des Sozialisten François Hollande auf das französisch-deutsche Verhältnis auswirken <span id="more-3922"></span>würde. Insbesondere in Bezug auf die Spar-und Wachstumsdebatten. Denn die Kanzlerin Angela Merkel und der bis dahin amtierende Präsident Nicolas Sarkozy hatten zur Lösung der Finanzkrise sowohl erheblichen politischen Einsatz und viel Zeit in eine gemeinsame Austeritäts-Strategie gesteckt. Obwohl jedoch prominente Ökonomen und Kommentatoren immer wieder betonten, dass Sparsamkeit in einem statischen Wachstumsumfeld nur rezessiv wirken könne, hielten die beiden an ihrer Vorgehensweise fest. Daran änderten auch nichts die teils heftigen Reaktionen der Wähler auf die Sparprogramme in mehreren Ländern der Eurozone. Und im Falle Spaniens, haben selbst riesige Einschnitte die Akteure nicht daran gehindert, die Bondmärkte abzustrafen. Sowohl die deutsche Kanzlerin als auch der französische Staatspräsident schienen wie gelähmt und sahen sich außer Stande ihren einmal eingeschlagenen Weg zu verlassen.</p>
<p>Aus verhaltensorientierter Sicht, ist diese starre Haltung durchaus nachvollziehbar. Denn die meisten Menschen machen zukünftigen Entscheidungen vom Erfolg ihrer bisherigen Strategie abhängig. Und solange sich jener nicht einstellt, wird man nicht nur argumentativ versuchen, frühere Maßnahmen zu rechtfertigen. Diese werden selbst dann nicht revidiert, wenn ihre Kosten den möglichen Nutzen sogar deutlich übersteigen. Mit anderen Worten: Es wird nicht nur auf Teufel komm raus durchgehalten. Nein, in vielen Fällen wird schlechtem Geld auch noch gutes hinterhergeworfen, mit der Entschuldigung, der bisherige Einsatz solle nicht um sonst gewesen sein. Diesem so genannten <em>Sunk Cost Effekt</em> unterliegen Politiker in ganz besonderem Maße, da ihr Einsatz, ihr Commitment im Vergleich zu Durchschnittsbürgern normalerweise erheblich höher ist. Nicht zuletzt wegen der hohen Verantwortung, aber auch, weil Politiker permanent unter Beobachtung im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen.</p>
<p>So gesehen, haben neue Manager gegenüber ihren Vorgängern einen wesentlichen Vorteil, da sie nicht durch frühere, teils jahrelang stur durchgehaltenen Entscheidungen, gebunden sind. Damit besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Frankreichs neuer Präsident François Hollande einem geringeren Risiko als sein Vorgänger ausgesetzt sein dürfte, in eine Sunk-Cost-Falle zu tappen. Denn Hollande hat zum ersten Mal eine Regierungsposition inne und war längst nicht so stark wie Sarkozy in den Entscheidungsprozess zur Lösung der Eurozone verwickelt – allenfalls als oppositioneller Wortführer.</p>
<p>Die Wahl François Hollandes und das bislang nur geringe Commitment in Sachen Eurokrise lässt den neuen Präsidenten nicht nur freier als sein Vorgänger aufspielen. Mehr noch, bietet er seinen Verhandlungspartnern, etwa Angela Merkel, eine Vorlage, sich von früheren etwaigen Fehlentscheidungen wie dem Spardiktat klammheimlich lösen zu können, ohne dabei das Gesicht zu verlieren. Denn die Verantwortung für eine 180-Grad-Wende in Sachen Krisenprogramm könnte man alleine dem neuen französischen Präsidenten die Schuhe schieben.</p>
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		<title>Mach&#039; Dich locker!</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 05:54:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Goldberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppendruck]]></category>
		<category><![CDATA[Kognitive Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Normabweichung]]></category>
		<category><![CDATA[re publica]]></category>
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		<description><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Normabweicher-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Normabweicher" title="Normabweicher" style="float:left; margin-right:10px;" />Gerade war ich auf der größten Internetkonferenz Europas, der Berliner Messe der Netzwelt, re:publica, angekommen, um bei der Verleihung des Finanzblog-Award der Comdirect Bank (youtube - Beitrag hier) als Teilnehmer einer Podiumsdiskussion und der Preisverleihung mitzuwirken. Da stand ich nun, in zugegeben, teurem Zwirn mit Hemd und Krawatte unter dem Dach einer riesigen alten Fabrikhalle,<a href="http://www.blognition.de/blog/behavioral-livin/mach-dich-locker/" class="read-more"><span>Continue Reading</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="127" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Normabweicher-300x127.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Normabweicher" title="Normabweicher" style="float:left; margin-right:10px;" /><p>Gerade war ich auf der größten Internetkonferenz Europas, der Berliner Messe der Netzwelt, re:publica, angekommen, um bei der Verleihung des<a href="http://finanzblog-award.de/news/" target="_blank"> Finanzblog-Award der Comdirect Bank</a> (youtube - Beitrag <a href="http://www.youtube.com/watch?v=RDtKBYcTf4Y&amp;feature=youtu.be" target="_blank">hier</a>) als Teilnehmer einer Podiumsdiskussion und der Preisverleihung mitzuwirken. Da stand ich nun,<span id="more-3910"></span> in zugegeben, teurem Zwirn mit Hemd und Krawatte unter dem Dach einer riesigen alten Fabrikhalle, inmitten von vielen, meist jungen Menschen, von deren Dynamik man zweifellos angesteckt werden konnte. Weit und breit, umringt von offenen Hemd- und T-Shirt-Kragen, war ich der einzige Mensch mit Krawatte. Und ich erwischte mich dabei, dass ich mich so „overdressed“ unbehaglich zu fühlen begann und mich insgeheim fragte, ob ich dieses Accessoire angesichts der erdrückenden Menge leger gekleideter Menschen nicht ablegen sollte. Ich spürte den Druck, den man immer empfindet, wenn man von der Norm der Masse abweicht – Dissonanzen stellten sich fast schon zwangsläufig ein. Aber ich beschloss, das auszuhalten und mich nicht dem Zwang zur Lockerheit zu unterwerfen. Und doch war ich richtig froh als ich nach längerer Zeit endlich am Eingang einen jungen Mann entdeckte, der ebenfalls eine Krawatte trug. Würde ich ihn später bei der Preisverleihung wiedersehen? Die Krawatte wäre für einen Banker gerade repräsentativ gewesen. Dann glitt mein Blick etwas tiefer und ich erblickte ein No go für Banker: Shorts. Immerhin war ich froh, einen teilweise Gleichgesinnten in Sachen Kleidung gefunden zu haben. Meine Dissonanz verringerte sich merklich, ich begann, mich sicherer zu fühlen. Doch dann musste ich entdecken, dass selbst sämtliche Banker bei der Verleihung des Blog-Award keinen Schlips trugen.</p>
<p>Und dann schlenderte ich auch noch an einem Ordner vorbei, der mich etwas abschätzig musterte, um dann mein Outfit mit den folgenden Worten zu kommentieren: „Krawatte? Hier? Das geht gar nicht.“ Das war sie also die Messe der Innovation, der Transparenz im Zeichen der Freiheit, wo anscheinend jeder machen kann, was er will. Nur ich nicht.</p>
<p>Ich kann mich noch gut daran erinnern, als vor vielen Jahren im Investmentbanking der so genannte Casual Friday eingeführt wurde. Damals wurde als Zeichen der Lockerheit und des bevorstehenden Wochenendes vielerorts der Brauch eingeführt, dass die Banker am Freitag nicht mehr in Anzug und Schlips, sondern in zwangloser Bekleidung zur Arbeit zu erscheinen hätten. Damals wie heute habe ich mich durch meine Liebe zu Krawatten verdächtig gemacht und somit den Eindruck erweckt, jemand zu sein, der Freiheit nicht zu schätzen weiß. Tatsächlich tue ich mich schwer mit so viel Libertinage. Besonders, wenn sie einem als Zwang von oben oder von der Gruppe auferlegt wird.</p>
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		<title>Wenn der Homo Oeconomicus Gefühle bekommt</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 20:37:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim Goldberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bauchgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Homo oeconomicus]]></category>
		<category><![CDATA[Rationalität]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast hätte ich vergessen, auf eine Sendung von NDRInfo hinzuweisen, die am 1. Mai im Radio mit dem Titel „Wenn der Homo Oeconomicus Gefühle bekommt“ ausgestrahlt wurde,an der ich selbst auch teilnehmen durfte. Eine Aufzeichnung des informativen Beitrags finden Sie hier.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast hätte ich vergessen, auf eine Sendung von NDRInfo hinzuweisen, die am 1. Mai im Radio mit dem Titel „Wenn der Homo Oeconomicus Gefühle bekommt“ ausgestrahlt wurde,<span id="more-3903"></span>an der ich selbst auch teilnehmen durfte. Eine Aufzeichnung des informativen Beitrags finden Sie <a href="http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/reportagen/erstermai119.html" target="_blank">hier</a>.</p>
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		<title>Sei optimistisch, Europa!</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 06:16:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christin Stock</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Affektheuristik]]></category>
		<category><![CDATA[Euro]]></category>
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		<description><![CDATA[<img width="300" height="114" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Eurowürfel_Tony-Hegewald_pixelio_edit-300x114.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Eurowürfel_Tony Hegewald_pixelio_edit" title="Eurowürfel_Tony Hegewald_pixelio_edit" style="float:left; margin-right:10px;" />„Europa – warum unser Kontinent es wert ist, dass wir um ihn kämpfen“ – unter diesem Buch-Titel verbreitet Ex-Deutsche-Bank-Volkswirt Norbert Walter Optimismus für die Rettung des Euro. Ich kam kürzlich in den Genuss, an einem seiner herzerfrischenden Vorträge teilzunehmen. Voll glühender Begeisterung sprach er über die wunderschönen Landschaften und die zahlreichen Kulturgüter des alten Kontinents<a href="http://www.blognition.de/blog/markte/sei-optimistisch-europa/" class="read-more"><span>Continue Reading</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img width="300" height="114" src="http://www.blognition.de/wp-content/uploads/2012/05/Eurowürfel_Tony-Hegewald_pixelio_edit-300x114.jpg" class="attachment-medium wp-post-image" alt="Eurowürfel_Tony Hegewald_pixelio_edit" title="Eurowürfel_Tony Hegewald_pixelio_edit" style="float:left; margin-right:10px;" /><p>„Europa – warum unser Kontinent es wert ist, dass wir um ihn kämpfen“ – unter diesem Buch-Titel verbreitet Ex-Deutsche-Bank-Volkswirt Norbert Walter Optimismus für die Rettung des Euro. Ich kam kürzlich in den Genuss, an einem seiner herzerfrischenden Vorträge teilzunehmen. Voll glühender Begeisterung sprach er über die wunderschönen Landschaften<span id="more-3892"></span> und die zahlreichen Kulturgüter des alten Kontinents und über die Qualifikationen der Europäer.</p>
<p>Er beziffert die Wahrscheinlichkeit für einen Zerfall der Eurozone bis nächstes Jahr auf rund 20 Prozent, macht sich aber für die Rettung des Euros stark. Sicherlich bin ich nicht mit ihm in allen Punkten einer Meinung. An Herrn Walters Überzeugung, dass kein weiteres Geld von den einzelnen Staaten mehr notwendig ist – zumindest nicht mehr, als bisher aufgeboten – um die Währungsgemeinschaft zu retten, habe ich so meine Zweifel. Dennoch habe ich es genossen, dass mir einmal nicht drückender Pessimismus entgegenschlägt – wenn ich morgens durch die Zeitung blättere, Investorenmeinungen oder Ökonomenkommentare lesen, ist oft nur von Problemen, Krisen und Untergang die Rede. Dabei wirkt diese Schwarzmalerei nicht gerade ermutigend für die europäischen Krisenlenker und die weltweiten Investoren.</p>
<p>Schon in einem früheren Blog habe ich einmal darauf hingewiesen, dass es denkbar schlecht ist, ständig nur Pessimismus zu verbreiten (<a href="http://www.blognition.de/blog/politik/gute-laune-euro/">Gute-Laune-Euro</a>). Denn selbst ein vermeintlich rationaler Mensch entscheidet immer auch emotional. Politiker, Investoren und Wähler bewerten Risiken daher nicht nur nach den Fakten, sondern auch nach ihrem Gefühl. Das menschliche Gehirn greift bei der Urteilsfindung auf vergangene Erfahrungen und bereits erlebte Emotionen zurück (Affektheuristik).</p>
<p>Damals wie heute bin ich überzeugt, dass Optimismus allein oder nur die Begeisterung über unsere technischen und kulturellen Errungenschaften natürlich bei weitem nicht ausreichen, um Europa aus der Krise zu führen. Aber es hilft allemal, wenn Politiker neuen Mut fassen und die Bürger einmal nicht mehr nur die Probleme sehen, die die Krise mit sich gebracht hat, sondern auch wieder die guten Seiten Europas und der Währungsgemeinschaft schätzen lernen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.twitter.com/Darwina_1"><img class="alignnone" src="http://twitter-badges.s3.amazonaws.com/follow_me-c.png" alt="follow me c Sei optimistisch, Europa!" width="160" height="27" title="Sei optimistisch, Europa!" /></a></p>
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