Tag Archiv: Krise

Die wahren Risiken für die Weltwirtschaft

28. Januar 2014
superreich

An den Finanzmärkten wird derzeit eine heftige Debatte darüber geführt, ob der derzeitige teils massive Druck auf diverse Währungen der aufstrebenden Länder eine Bedrohung für die sich gerade erholende globale Konjunktur darstellt. Viele Menschen verfolgen diese Diskussionen sehr genau, um sich ein Bild darüber zu machen, inwieweit die jüngsten Verwerfungen ihre Investments im US-Aktienmarkt beeinflussen können. Aber auch für Gold-Investoren spielt es eine ganz wesentliche Rolle, ob sich die neuerlichen Abwertungen der Valuten in den Emerging Markets in eine weltweit ansteckende ökonomische Krise ausweiten oder ob – siehe am Beispiel Indiens – lediglich ein Zinserhöhungszyklus ausgelöst wird. Im ersten Falle würde Gold als so genannter sicherer Hafen (safe haven) angesehen, im Letzteren jedoch nicht. Die Frage ist also, wie die derzeitige Debatte ausgehen wird.

Es mag durchaus vernünftig scheinen, wenn Kommentatoren argumentieren, die Emerging Markets seien wohl kaum in der Lage, die Weltwirtschaft zu ruinieren. Denn einige dieser Volkswirtschaften waren doch bereits ins Trudeln geraten, als die US-Notenbank im Mai vergangenen Jahres zum ersten Mal das so genannte Tapering, ein Zurückfahren der Anleihekäufe, ins Gespräch brachte. Obwohl es also Kapitalabflüsse aus diesen Ländern bereits in 2013 gegeben hat, ist die Weltwirtschaft, wenn auch nur langsam, gewachsen.

 

Gefahrenquelle „high beta rich“

Die tatsächliche Bedrohung des globalen Wachstums ist vielmehr in den USA und in manch anderen Staaten der westlichen Welt zu suchen. Die Rede ist von den Superreichen, die der Journalist und Schriftsteller Robert Frank in einem seiner Bücher als „high beta rich“ bezeichnete. Denn in der Zeit, die auf die Finanzkrise der Jahre 2008/2009 folgte, hat sich deren Vermögen auf immer weniger Köpfe konzentriert und das mit steigender Tendenz. Dabei ist ein großer Teil dieser Vermögen – und damit alle Ausgaben, Steuern und damit verbunden die Auswirkungen auf die Gestaltung der Gesellschaft – sehr stark an die Entwicklung der Aktienmärkte gebunden. Aber mit einer wesentlich höheren Volatilität: Steigen die Börsen, so wachsen diese Vermögenswerte und in Krisenzeiten schrumpfen Sie – jeweils überproportional im Vergleich zum übrigen Reichtum.

Wenn die Superreichen also im Rahmen einer Krise oder geplatzten Börsenblase (Buch)-Verluste ihrer Aktien hinnehmen müssen, hätte dies in der Tat einen negativen Einfluss auf Wachstum und Beschäftigung. Robert Frank brachte es einmal auf den Punkt, als er den S&P 500 als das neue Bruttoinlandsprodukt bezeichnete. Mit anderen Worten: Die größte Bedrohung des globalen Wachstums besteht in einem scharfen Einbruch des S&P 500.

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Geheimbund Goldman

11. September 2012
Spinnennetz

Sah gestern den am 5.9. von ARTE erstmals ausgestrahlten Film “Goldman Sachs – eine Bank lenkt die  Welt” und war zunächst beeindruckt, wenn nicht gar schockiert über das mächtige Netzwerk, das diese Investmentbank angeblich aufgebaut haben soll. Da kann einem nur angst und bange werden,

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Das Gleichnis vom Auto

24. Juli 2012
Autozeichnung

Vor gut zwei Jahren hatte ich die Gelegenheit, einem Vortrag vom damals scheidenden Vorstandsvorsitzenden der Crédit Agricole, Georges Pauget, lauschen zu dürfen. Und weil dessen Bank von der Finanzkrise weitgehend verschont blieb, hatte Pauget sogleich eine schmeichelhafte Fabel zur Hand.

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Himmlischer Mehrwert

31. Januar 2012

Kürzlich hatte ich Gelegenheit, in einer Frankfurter Kirche einem Streitgespräch zwischen Professor Paul Kirchhof, dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter, und dem früheren Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Professor Wolfgang Huber, zuhören zu dürfen. Es ging um das Ende der Institutionen und über die schleichende Zerstörung von Staat und Kirche.

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Lebenslänglich Sport

25. Januar 2012

Als sich gestern in der Online-Ausgabe des Guardian lesen musste, dass mein geliebtes “Fitness First” mit seinen Gläubigern in Verhandlungen getreten sei, kam ich ins Grübeln. Augenscheinlich hat die Fitness-Kette – eine der größten der Welt – Probleme,

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